Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Stadt Eisenach
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2468973
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2472948
372 
Umgebun g 
Eisenachs. 
Eisenach. 
276 
Aus älterer Zeit ist weder etwas über den Vorgang, noch über den Stein, noch 
über den Balthasar Rodecher berichtet. Erst J. M. Koch spricht sich am Anfang 
des 18. Jahrhunderts in seinen handschriftlichen Sammlungen  darüber aus: 
Wilde Sau. Anno 1483 ist ein Weimarischer Bedienter bei Eisenach auf 
dem Wald auf der Jagd mit einem Fangspiess erstochen worden von seinem 
Diener. 
Wahrscheinlich ist für K0 eh nur der Stein selbst der Ursprung seines Wissens, 
und ähnlich steht es wohl mit den Gewahrsleuten für die Erklärung, die sich in 
der Eisenacher Amtsbeschreibung von 1754 findet: 
„Das wilde Sau Greutz ist ein steinernes Creutz vom Jahre 1498 [falsch ge- 
lesen!], worauf der Name Balthaser Rodcher [ungenaul] und zwei Personen in 
alter Kleidung eingehauen, davon eine auf einer wilden Sau reutet, der andere 
solche anlaufen lässet. Man sagt, es habe ehemals Einer ein Haupt Schwein auf- 
gefordert, das Schwein aber ihn so unterlauifen, dass er auf dem Schwein zu sitzen 
gekommen. Wie nun sein Diener ihm helfen und zu dem Ende das Schwein an- 
lautfen laßen wollen, sey derselbe unglücklich gewesen, daß er mit dem von dem 
Schwein ausparirten FangEisen seinen Herrn durchbohrt." 
Ob es nun Herr und Diener gewesen, bleibe dahingestellt, jedenfalls ist der 
Vorgang so richtig erklärt. Die ungewöhnliche und tragische Begebenheit recht- 
fertigte jedenfalls die Errichtuug dieses besonderen Denksteines oder Sühnekreuzes. 
Litteratur: Eisenacher Zeitung v. 19. Sept. 1907.  Mey, S. 80 Anm.  Wettig, S. 32. 
H. H. 
Heerleins G rab. Im Kälbergrund unter dem schroffen Felsen der Eise- 
nacher Burg; auf einem herrlichen Fleck Erde, steht unter einer Traueresche auf 
niedrigem quadratischen Sockel eine abgebrochene Säule; an zwei Seiten befinden 
sich erhabene ovale Schilde mit den Inschriften: Christian Heerlevln starb am 
24. Jumj 1808 und: 
Es ruht so wohl sich hier 
-Im Schoss der Erde, 
Wo ich mit Moos bedeckt 
Zu Staube werde. 
eines Oberamts-Aktuarius 
'en an dieser Stelle starb, 
Es ist das Grab eir 
Alter von 35 Jahren 
buch sagt. 
unverheiratet, im 
wie das Kirchen- 
H. H. 
in Eisenach, der, 
"aus Melancholie", 
Der Oläs-Kleystein, Denkstein für den 1617 gestorbenen fürstlichen 
Verwalter Nicolaus Kley. Am 4. Kilometerstein westlich von Eisenach, am 
Promenadenweg bezw. dicht am Fahrweg nach der Hohen Sonne. Sockel mit 
Diamantquader, darauf Platte, darauf Dreieckgiebel. Die Inschrift lautet: 
Der Achtbare vmd fuersichtige 
Herr Nicolas Kley der Eiter, 
furstl. Sechs. Verwalter ist 
auf Mitwoclzen den VIII. Javzrn: 
Eisenach. 
der Karl Alexander-Bibliothek
        

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