Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Stadt Eisenach
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2468973
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2472876
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Eisenach. 
EISENACH, 
Die Stadtbefestigung. 
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Innerhalb der Mauer liess man, um jederzeit den freien Verkehr von Thurm 
zu Thurm zu ermöglichen, einen breiten Raum frei, namentlich wurden die Zu- 
gänge zu den Thürmen offen gehalten. Einige Gässchen des heutigen Eisenach, 
zum Theil noch Sackgassen, verdanken ihr Dasein ihrer ehemaligen Bestimmung 
als solche Zugänge: die Oeffnung der Löbersgasse nach der Karthäuserstrasse 
hin, die Krimmelgasse, früher auch Strumpfgasse genannt, die Kleine 
und die Grosse Grüne Gasse, die Sommerecke, d. h. der südliche Theil 
der jetzigen Sommerstrasse, und der Kittel beim Ausüuss des Löbersbaches aus 
der Stadt, d. h. der westlichste Theil der Schillerstrasse. 
Der Stadtgraben, der sich aussen herum an der ansehnlich hohen Stadt- 
mauer hinzog  etwa 8 m breit und 6 m tief  war wegen des unebenen Ge- 
ländes nur streckenweise mit Wasser versehen. Der Krimmelbach (Löbersbach) 
füllte ihn nur vom Frauenthor bis zum "Brauseloch" beim alten Felsenkeller und 
versorgte nach seinem Ausiiuss aus der Stadt die Strecke vom Nikolaithor west- 
lich herum bis zum Georgenthor. 
Von eintretender Dunkelheit an waren die Stadtbewohner eingeschlossen. Früh 
öffneten die fünf Thorthürme, an denen Brücken über den Stadtgraben führten, 
ihre starken, aus Eichenbohlen gemachten Pforten und liessen die Feldarbeiter und 
die Hirten mit ihren Herden heraus, vermittelten auch den Verkehr mit den Vor- 
städten und mit der entfernteren Aussenwelt. 
Das N ikolaithor, nach der daneben liegenden Kirche benannt, liess den 
Verkehr von und nach" Gotha und Langensalza durch. Der Thurm war der 
stärkste und höchste der Thorthürme. Vor 1700 war nach Osten hin noch ein 
kleines Thürmchen oben daran, das über ihn hervorragte. Es wurde um 1700 
wegen der Gefahr für die Hauser im Nikolaithor (d. h. die zwischen Haupt-
        

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