Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Stadt Eisenach
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2468973
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2469602
Geschichtliche 
Einleitung. 
Eisenach. 
und plünderten die Klöster vor Eisenach und Kreuzburg. Im Einzelnen ist von 
dem Treiben der Aufrührer im Landbezirk Eisenach nicht viel mehr bekannt, als 
dass 500 Eisenacher zusammen mit einer Schar Kreuzburger zu dem Vachaer und 
dem Salzunger Haufen stiessen. die die Klöster zu Breitungen, Allendorf und 
Schmalkalden geplündert hatten, und dass sie sich von Meiningen wieder nach 
Eisenach zurückwandten, die Stadt aber nicht zum Anschluss bringen konnten. 
Nach der Besiegung der Bauern bei Frankenhausen wurde Thomas Münzers Ge- 
nosse Pfeiifer auf der Flucht über den Thüringerwald im Amt Eisenach mit 300 
bis 400 Mann eingeholt, geschlagen und gefangen genommen  
Furchtbares Elend, Mord, Brand, Verwüstung, Hunger und Pest brachte der 
dreissigjahrige Krieg mit seinen unaufhörlichen Durchzügen von Kaiser- 
lichen, besonders Kroaten, von Schweden, Franzosen, Hessen u. a. Am schlimmsten 
war es 1631 (Tilly), 1636 (Bauer), 1644-46 (Königsmark, Wrangel). Wie das 
Land gequält worden ist, ergiebt eine Aufstellung vom Jahre 1639. In Gr0ssen- 
lupnitz gab es neben 21 Witwen nur 19 „Mannspersonen", in Eckartshausen 20, 
in Kupfersuhl 3, in Wolfsburg-Unkerode 7, in Etterwinden 16, in Förtha 12, in 
Ruhla 130 Männer und Witwen, in Mosbach und Kittelsthal zusammen 70 Männer. 
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2381. In und um Kreuzburg lagerten 1640 fünf grosse Heerhaufen, in Ifta war 
1631 und 1636 die ganze Gemeinde wochenlang auf der Flucht, Stregda wurde 
1632 verwüstet, und von 28 Hausern waren 1640 13 eingefallen oder wüst, in 
Schnellmannshausen lagen von 14112 Hufen Landes 13 wüst; von 28 Häusern Waren 
hier 14 verwüstet, in Pferdsdorf von 40 ebensoviel, in Mihla waren viele Häuser 
wüst und verschwunden. S0 klingt eintönig und furchtbar das Klagelied vom Elend 
des grossen Krieges. 
Vor der Schlacht bei Rossbach 1757 versammelten sich die ganze Reichs- 
armee und die französischen Hülfstruppen bei Eisenach, verschanzten 
sich auf dem Goldberg und auf dem Wege nach Stedtfeld zu und brandschatzten 
die ganze Gegend nördlich von Eisenach in unerhörter Weise (Brückner, Kirchen- 
u. Schulstaat d. Hzgth. Gotha II.  Zwei Skizzen von der Truppenverteilung sind im Eisenacher 
Rathsarchiv). 
Noch viel mehr hatte unsere Gegend in den Kriegen Napoleons zu leiden 
durch Stellung von Soldaten, Pferden und Fuhrleuten, Dienste aller Art, Contri- 
butionen, Durchzüge und Einquartirungen. Gegen 600000 Truppen kamen im Ver- 
lauf der Jahre von 1806-1813 durch und mussten verpflegt werden. Dazu 
kamen Plünderungen, Erpressungen und Misshandlungen (Mey, Vaterlandsk., S. 183). 
Zwei Kriegsereignisse spielten sich in nächster Nähe von Eisenach ab. Am 17. Oc- 
tober 1806, drei Tage nach der Schlacht von Jena und Auerstedt, befreite der 
Leutnant H ellwig (Beitr. z. Gesch. Eisen. XV) mit 55 Husaren mindestens 4000 preussi- 
sche Gefangene, die unter Bedeckung von 200 französischen Husaren nach Frank- 
reich gebracht werden sollten, durch kühnen Ueberfall westlich von Eichrodt. 
An der Stelle, wo das geschah, ist 1907 ein Denkstein gesetzt worden. 
ä") Topp, Historia der Stadt 
dann in Mühlhauseu hingerichtet. 
Eisenach 
Sammlung, 
in Junckers 
Pfeiffer wurde
        

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