Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Stadt Eisenach
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2468973
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2469576
Eisenach. 
Geschichtliche 
Einleitung. 
105 
Der Amtssitz wurde im 16. Jahrhundert in die Stadt Eisenach verlegt, und 
von da an heisst es Amt Eisenach; es wird auch zeitweise als Oberamt be- 
zeichnet, ohne dass jedoch damit etwa erweiterte Befugnisse ausgedrückt worden 
waren. 
Die Aemter Eisenach und Kreuzburg waren immer unter derselben Landes- 
herrschaft vereinigt, unter den Landgrafen, unter den ernestinischen Kurfürsten 
und unter den ernestinischen Herzögen. Nur zweimal wurde Kreuzburg im Laufe 
der weitgehenden Landestheilungen von Eisenach getrennt. Nachdem die beiden 
Aemter gemeinschaftlich Johann Friedrich dem Mittleren und dann dessen 
Söhnen Joh. Casimir und Joh. Ernst (unter Kurfürst Augusts Vormundschaft) 
zugefallen waren, Wurden 1587 dem jüngeren die Aemter Kreuzburg mit dem 
Gericht Marksuhl, Gerstungen, Breitenbach (halb) und Volkenrode eingeräumt. 
Johann Ernst baute sich das Schloss in Marksuhl, und dieser Flecken war nun 
seine Residenz. Doch nur bis 1596. Bei der in diesem Jahre vollzogenen völligen 
Theilung erhielt Johann Ernst die Aemter Eisenach, Krayenberg, Salzungen, 
Lichtenberg,und Allstedt (halb) hinzu und verlegte nun seine Residenz nach Eise- 
nach. So waren die beiden Aemter unter ihm und seinem Nachfolger, dem 
eisenachischen Herzog Albrecht (1640-44), wieder zusammen, blieben es auch, 
als nach dessen kinderlosem Abscheiden das Land an Wilhelm IV. von Weimar 
(t 1662) fiel. Wilhelms vier Söhne theilten sich wieder in das Land, und Adolf 
Wilhelm (1662-68) erhielt den eisenachischen (Eisenach, Gerstungen, Breiten- 
bach, Lichtenberg mit Ostheim), Johann Georg den kreuzburgischen Antheil 
mit Marksuhl, wo er seine Residenz nahm. Aber da 1671 Adolf Wilhelms nach- 
geborenes Söhnchen Wilhelm August starb, iiel der Eisenacher Theil an die drei 
Brüder Adolf Wilhelms, die Herzöge Johann Ernst von Weimar, Johann Georg 
von Marksuhl und Bernhard von Jena, zurück. Die 1672 erfolgte Theilung 
ergab, dass Johann Georg, nachher Johann Georg I. genannt, den Eisenacher und 
den Kreuzburger Antheil vereinigte und seine Residenz von Marksuhl nach Eisenach 
verlegte. Seitdem blieben die Aemter Eisenach und Kreuzburg im Eisenacher 
Kreise beisammen. Bei der Umgestaltung der Gerichtsverfassung im Jahre 1879 
vereinigte man die beiden Aemter, indem man vom Amte Krayenberg  Tiefenort) 
noch Kupfersuhl, Ettenhausen, Burkhardrode, Dönges und den Lindigshof hinzu- 
nahm, zu dem Amtsgerichtsbezirk Eisenach. 
Dieser Bezirk Eisenach wird von mancher wichtigen Strasse durchzogen. 
Denn das untere Hörselthal eröifnet von Westen her den Zugang ins innere 
Thüringen, und bei Eisenach gabelt sich der Weg naturgemäss: der linke Zweig 
führt die Nesse aufwärts und dann nach Langensalza, der Hauptzweig zieht sich" 
die Hörsel hinauf und weiter nach Gotha, Erfurt und Leipzig, der Weg, den 
heute auch die Bahnstrecke Frankfurt-Leipzig und Frankfurt-Berlin nimmt. In 
früheren Zeiten freilich vermittelte der Hörselpass den grossen Handelsverkehr 
gerade am wenigsten, vermuthlich weil das Gelände zu sumpiig und Ueberschwem- 
mungen ausgesetzt und weil eine ordentliche Strasse nicht angelegt War. Noch 
1440 beklagt sich Thomas v. Buttelstedt (a. a.  dass die Fuhrleute des schwierigen 
Geländes wegen den Weg über den „Ka1kofen" (bei Berka v. H.  durch Hessen 
vorzögen und Eisenach liegen liessen. Es müsse bei Neuenhof eine Brücke über
        

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