Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Gerstungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2467151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2468453
Gnossmnsmm. 
H AUSBREITENBACI-I. 
Gerstungen. 
Baum in Grossensee charakteristisch. Die untere Reihe der Zweige wird von 
hölzernen Pfeilern gestützt. Unter der Linde stand noch vor einigen Jahren ein 
steinerner Tisch mit der Inschrift: 1723 M  H .R.K.1767. 
In Grossensee befinden sich seit alter Zeit Werkstätten für Töpferwaren, die sich 
durch ansprechende bunte Glasuren auszeichnen. Gegenwärtig wird die Töpferei noch 
in 10 Werkstätten betrieben. Die heranwachsende Jugend will diese einst so blühende 
Kunst nicht mehr erlernen. Die Töpferwaren werden durch das Emailgeschirr verdrängt. 
Bei Festlichkeiten (Kirmes) trägt die weibliche Jugend oft noch die ansprechende 
alte Mode: Mieder, dicke, bauschige Röcke, seidene Tücher, "Rosenlappen" genannt. 
Hausbreitenhach, Dorf mit 17 Wohnhäusern und 84 Einwohnern, mit einem 
Kammergut (Vorwerk vom Kammergut Gerstungen) und einem Rittergut, nahe an 
der Suhl gelegen, 4 km südöstlich von Gerstnngen. Es ist eingepfarrt und ein- 
geschult nach Herda. 
Geschichtliche Nachrichten. Im Mittelalter wird der Ort nur Breiten- 
bach (Bretmback, Breytevzback) genannt, im 16. Jahrhundert auch Burgbreiten- 
bach, doch 1544 auch schon Haußbrevjtenbach. In einem um 1160 aufgestellten 
Güterverzeichniss des Benediktinerklosters auf dem Frauenberg bei Fulda ist unter 
anderem auch Besitz in Breitenbach genannt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass 
damit Hausbreitenbach gemeint ist. Auch 1327 noch scheint Fulda Rechte geltend 
gemacht zu haben (s. Geschichte des Bezirks). Sonst aber ist hier nur von Hers- 
feld und den Landgrafen von Thüringen die Rede. Unter den Burgen, die Land- 
graf Albrecht 1290 mit ihren Vogteien seinem Sohne Apitz übergab, war auch 
Breitenbach. Vielleicht war der Landgraf damit von Hersfeld belehnt, jedenfalls 
hatte Hersfeld hier Eigenthumsrecht, denn 1354 einigte es sich mit dem Landgrafen 
über den gemeinsamen Besitz von Hausbreitenbach, Berka und Gebesee (wohl eine 
Wüstung in der Nähe; 1506 erhält das Katharinenkloster zu Eisenach Zins von 
einem Hause im Dorfe gebes, ebenso hatten die Nonnen in Frauensee dort Ein- 
künfte). Das Amt und der Ort Hausbreitenbach waren seitdem theils hersfeldisch 
(später hessisch), theils thüringisch-meissnisch. Demnach sind auch die uns be- 
kannten Burgmannen und Amtleute theils Thüringer, theils Hessen: v. Herda 1350 
bis 1354, Eberwevn v. Rumrodt 1357, v. Hornsberg 1358, Hermann v. Rumrodt 
Amtmann von Breitenbach 1366, Schindekopf 1366, v. Buchenau 1398, v. Besa und 
v. Rode 1400, v. Reclarodt 1448, v. Bischofrode 1498, v. d. Tann 1558-1686, 
v. dem Brinck bis 1729. Wahrscheinlich wohnten auch die Pfandinhaber der 
landesherrlichen Hälfte in der Burg, wenigstens zum Theil und zeitweise, also seit 
1408 die v. Herda (z. B. 1447 mit einem Hause und einer Hofstatt in der Burg 
Breitenbach und einem Vorwerk vor der Burg belehnt) und v. Reckrodt, die beide 
auch 1575 als Besitzer und zwar als schriftsässiger Adel hier erscheinen. 
Das Gut derer v. dem Brvnck übernahm 1729 Katharina Diehmin und schenkte 
es dem Herzog Wilhelm Heinrich, der es seiner Gattin überliess. Nach deren 
Tode 1751 fiel es der weimarischen Landesherrschaft anheim. Es ist oifenbar das 
jetzige Kammergut.
        

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