Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Gerstungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2467151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2468394
GÖRINGEN. 
Gerstungen. 
Giiringen, Kirchdorf mit 34 Wohnhäusern und 157 Einwohnern, Filial von 
Lauchröden, liegt zwischen diesem und Neuenhof am rechten Ufer der Werra, 
9 km nordöstlich von Gerstungen. 
Geschichtlich ist über den Ort wenig bekannt, doch ist er offenbar seit 
ältester Zeit Zugehörung' des Schlosses Brandenburg; gewesen. 1349 hatten fIeivz- 
rich und Hermann v. Heringen, welche beide Schlösser Brandenburg besassen, in 
Gordngen 6 Hufen vom Fürsten zu Lehen. Die Herren der Vorder- und der Hinter- 
burg hatten nachher auch das Gericht Göringen gemeinsam, und das blieb bis zur 
Aufhebung der adligen Gerichte 1850. 
Ein Kirchenbuch ist erst seit 1680 geführt worden, doch bestand eine Kirche 
in Göringen schon früher. 
Litteratur: HuStA. Weimar, F 121, 20511.  Lippert u. Beschorner, Lehnbuch 
Friedrich d. Stln, S. 244.  Rein, Ztschr. d. Vereins f. thüring. Gesch. IV, S. 191. H_ H_ 
Die KiPOhB macht beim ersten Anblick den Eindruck eines sehr alterthüm- 
liehen Bauwerkes. Darauf scheinen die auffallend starken Quadersteine an den 
Ecken zu deuten. Doch nirgends findet sich an dem Mauerwerk eine Kunstform, 
die in der That aus den Zeiten des Mittelalters stammen könnte. Auch die 
gothischen Vorhangbögen über den beiden Fenstern der Südseite sind nur Nach- 
ahmungen des gothischen Stils aus wesentlich späterer Zeit, wahrscheinlich des 
18. Jahrhunderts. Das ganze kleine und schlichte Gebäude stammt wahrscheinlich 
aus dem Jahre 1752; diese Jahreszahl steht über der Westthür und an einem 
Quaderstein der Südostecke. Das Aeussere des Mauerwerks ist mit Putz bedeckt, 
ohne künstlerische Formen. Der Thurm steht an der Ostseite, doch ohne jede 
innere Verbindung mit dem Hauptraum der Kirche; auf den unteren viereckigen 
Haupttheil folgt ein achteckiges Geschoss, das von einer neueren achteckigen Pyra- 
midenspitze bedeckt wird. 
Das Innere ist ein rechteckiger Saal; seinen Hauptschmuck bilden drei grosse 
Deckengemälde, die auf das flache, aus Balken hergestellte Tonnengewölbe des 
Hauptraumes gemalt sind. Die Gemälde haben die Form eines gothischen Vier- 
passes. Nur zwei von ihnen stammen aus der Bauzeit der Kirche: die Himmel- 
fahrt Christi und das jüngste Gericht. Das dritte Bild, welches die Sinnbilder des 
Christenthums darstellt, ist eine moderne Arbeit von Graue. Aus der Bauzeit 
stammen auch die Brustbilder von 10 Aposteln, die auf die Brüstungsfelder der 
Empore gemalt sind. Diese ist eingeschossig und bedeckt die Nord-, die Süd- 
und die Westseite. Die Bilder sind stark aufgefrischt und nur bescheidene 
ländliche Arbeiten. 
Die Kanzel aus Holz steht in der Mittelaxe der Kirche, hinter dem Altar. 
Die Ecksäulen sind geschnitzt; an der 'l'reppe befinden sich zwei Gemälde, die 
Brustbilder von Christus und Moses, aus der Bauzeit, doch die Malerei stark 
restaurirt. 
alllS 
Das sehr schlichte O rgelgehäu s e stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. 
Die Altar g e rä th e stammen ungefähr aus der Bauzeit der Kirche. 1) K e 1 c h 
Kupfer, vergoldet, mit der Inschrift: Alf; man in dem Jubeliczlzv" l gott dem
        

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