Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Gerstungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2467151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2468139
Die 
BRANDENBURG. 
Gerstungen. 
quadratische Wohnthurm an, der an der östlichsten Stelle der ganzen Burgruine 
steht. Die einzelnen Theile der beiden Burgen indessen genau zu datiren, ist 
heute nicht mehr möglich. 
Ornamentale Kunstformen, Thüren oder Fenster, deren Oeffnungen mit Sicher- 
heit auf eine Erbauung in den Zeiten des romanischen oder gothischen Stils schliessen 
lassen könnten, sind auf beiden Burgen nicht vorhanden. Alles, was von gut be- 
arbeitetenWerksteinen sich von den Mauern losbrechen liess, ist in den späteren Jahr- 
hunderten der Verwahrlosung fortgebracht und wohl in den beiden zunächst liegenden 
Orten, in dem hessischen Marktflecken Herleshausen und in Lauchröden zu Bau- 
steinen verwendet. Dadurch, dass die Zerstörung in solchem Umfange um sich 
greifen konnte, ist die Sicherheit der Mauern vielfach gefährdet worden. Diese Zeit 
der Beraubung der Burg kann ungefähr zweihundert Jahre gedauert haben, von 
den Zeiten des dreissigjährigen Krieges bis zum Jahre 1841, als Grossherzog Karl 
Friedrich von Sachsen-Weimar durch einen Erlass das unbefugte Ausbrechen von 
Bausteinen aus der Burg verboten hat. 
Im Besitze des weimarischen Staates befindet sich die östliche Burg. Plan- 
mässig durchgeführte Arbeiten zur Erhaltung der stark gefährdeten Mauern sind 
im Jahre 1906 unter der Leitung des Oberbaudirectors E. Kriesche in Weimar 
vorgenommen. Die Arbeiten erstreckten sich lediglich auf solche Ergänzungen, 
welche zur Sicherung des Mauerwerkes gegen weitere Verwitterung dienen konnten. 
„Die obersten Schichten des Mauerwerkes wurden unter Verwendung der alten 
Steine neu verlegt, wobei die vorhandenen Unregelmässigkeiten beibehalten und 
nur für guten Abfluss des Regenwassers gesorgt wurde." Die beiden unten ge- 
nannten gewölbten Räume Wurden vom Schutt geräumt und zugänglich gemacht. 
Die Ausführung der Arbeiten wurde unter Leitung des Bauraths Dittmar in 
Eisenach ausgeführt.  Die westliche Burg ist in dem Besitze des Freiherrn 
v. Rotenhan. 
Beide Burgen gehören, trotzdem sie von einander durch künstlich angelegte 
Gräben und hohe Wehrmauern getrennt sind, in Folge ihrer Lage strategisch zu- 
sammen. 
Aus der Bauart der beiden Bergfrite lässt sich kein sicherer Schluss auf die 
Zeit ihrer Entstehung ziehen. Weder die Rundform noch die Sechseckform der 
Anlage giebt darüber Aufschluss. Runde und viereckige Thürme kommen in diesen 
Gegenden in den Jahrhunderten des Mittelalters gleichzeitig vor. Ein sechs- 
eckiger Thurm allerdings bildet in dieser Gegend eine Ausnahme. Einen sechs- 
eckigen Thurm hat die Moritzburg bei Halle und die Wilhelmsburg bei Schmal- 
kalden, doch für die Datirung des sechseckigen Thurmes der Brandenburg bieten 
diese beiden Beispiele keinen Anhalt. Die östliche Burg mit dem sechseckigen 
Thurme scheint die ältere von beiden Burgen zu sein. Das ergiebt sich aus der 
Form des Bergrückens. Ware die westliche Burg zuerst erbaut worden, so würde 
der fast in derselben Höhe liegende Platz der östlichen Burg bei jeder Belagerung 
einen allzu gefährlichen Angriffspunkt gebildet haben. 
A. Die östliche Burg. Um die Burg von dem angrenzenden Bergrücken, 
der eigentlichen Angriffsseite, zu trennen, ist der an dieser Stelle von Natur vor- 
handene Abhang durch künstliche Erdarbeiten noch besonders vertieft. Auf 
diese Weise ist ein tiefer Grab en entstanden, der die Burg an der Ostseite und an
        

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