Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Apolda
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2459749
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2467053
480 Tnunmnmz.  Buttstädt. 
 
Altar, Platte aus dem Mittelalter, von Stein, mit einer viereckigen, durch eine 
Gipsplatte verschlossenen Reliquienödnung auf der "Oberseite. 
Kanzel, hinter dem Altar, zwar nicht zu der einfach würdigen, romanischen 
Kirche passend, aber in seiner Weise bedeutungsvoll, gross und prächtig. Der Haupt- 
bau muss im Anfang des 18. Jahrhunderts hergestellt sein, die Einfassungs-Bretter 
und das Figürliche 50 Jahre später; die Malerei ist 1858 erneuert. Erdgeschoss: ein 
mittlerer, korbbogiger und zwei seitliche, rundbogige Durchgänge, zwischen korinthischen, 
auf Postamenten ruhenden Pilastern wagerechtes, verkröpftes Gebälk, im Fries mit 
Rosetten und Engelsköpfen besetzt; es läuft nur im Architrav ganz durch, lässt aber 
in Fries und Gesims das Mittelfeld frei, denn hier entwickelt sich gleich von unten 
die flachkugelige, oben geschweifte, hübsch mit Akanthus verzierte Console, welche 
die Kanzel trägt. Diese hat den Grundriss: k), an den Ecken dorische, cannelirte 
Säulen und an den Flächen Rundbogen-Blenden auf dorischen Pilastern, mit Füllung 
von Gemälden (Kreuzigung und Evangelisten-Brustbilder); der obere, rechteckige 
Kanzel-Eingang ist von geschnitztem Vorhang-Werk eingefasst und mit einem Engels- 
kopf bekrönt. Das Obergeschoss des Kanzelbaues nimmt nur den Mitteltheil mit der 
Kanzel ein; auf den inneren Stützen des Erdgeschosses steigen zurückliegend 
korinthische Pilaster auf, mit Blumengehängen an den Schaften. An ihrem Gebälk, 
in dessen Fries an den Verkröpfungen Rosetten angebracht sind, tritt in der Mitte 
der Schalldeckel (der zurücktretenden Wand wegen nun als vollständiges Achteck) 
vor, an der Unteriläche mit einem Gemälde Christi und Gottvaters geschmückt, oben 
mit Granatäpfeln und Akanthus bekrönt. _Darüber, am Gesims des Gebälkes, tritt 
nochmals ein Baldachin, im Grundriss: k) vor, mit Akanthus bekrönt und einen 
Sockel mit dem Dreifaltigkeits-Dreiecke, darüber die Taube, tragend. Links und 
rechts von diesem Dreifaltigkeits-Dreieck Christus und Gottvater sitzend, weiter aussen 
stehen Engel mit Leidens-Werkzeugen. Die korinthischen Pilaster, welche das Kanzel- 
Obergeschoss einfassen, sind aussen noch von durchbrochen geschnitzten und mit 
Spruch-Schildern besetzten Brettern eingefasst. Auf dem Gebälk der seitlichen Erd- 
geschoss-Durchgänge stehen oberhalb der Bogenketten die Figuren Petri bezw. Pauli, 
an den Ecken Granatapfel. So entsteht im Ganzen eine höchst wirkungsvolle, belebte 
Abstufung, bezw. pyramidale Gipfelung des Kanzelbaues, der sich auch durch gute 
Verhältnisse und Einzelheiten der architektonischen Theile, wie der Säulen, der Ge- 
bälke, der Kanzel auszeichnet; freilich ist 1858 Alles vortrefflich restaurirt worden. 
Minder glücklich ist die Malerei und Sculptur, letztere auch zu viel Spielraum ein- 
nehmend. Die Farben des Holzbaues sind, abgesehen von den Gemälden, weiss, mit 
Gelb, Blau und Gold.  
Weinkanne, von: Benedict und Clara Krüger 1708, in Seidelform. Zinn. 
Kelch, von: 1:960 laut Inschrift auf dem Sechspass-Fuss. Am Knauf flach vor- 
tretende Würfel mit Rosetten, durch Kehlen getrennt von Eiern. Silber, vergoldet. 
3 Glocken, von 1821 mit langen Inschriften  
Kirch h Uf. Gra bstein, nahe dem Thurm, für Pf. Labes, T 1758, und dessen 
Frau. Der Untertheil mit S-förmig ausladendem Umriss, geht in der Mitte in eine 
als Cartouchen-Schild gezeichnete Inschrift-Platte über und trägt an den Seiten 
Frauengestalten mit Kelch und Kreuz. Im Ganzen stark verjüngt, von schöner Linien- 
führung und bedeutend; 2,5 m hoch.  Die Diöcese Buttstädt, S. 54, über Pf. Labes.
        

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