Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Apolda
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2459749
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2461908
31 Jena. 
Dommmza. 
31 
zeugen von flotter und wechselvoller Zeichnung und frischer, farbenreicher, aber derber, 
im Figürlichen selbst roher Ausführung  Aus der gleichen Zeit sind auch noch 
einige proiilirte Holzbalken-Decken erhalten und zwar in diesem Zimmer, wie in den 
durch Theilung des grossen Rittersaales in unserm Jahrhundert hergestellten 
Zimmern des vormaligen Justizamtes. Aus jener Zeit auch die beiden schönen drachen- 
küpiigen Wasserspeier in dem Winkel über dem Eingangs-Vorbau  
[Nach einem Inventar von 1686 war das Schloss damals in treiflichem Zustande, 
mit einer grossen Anzahl von Bildnissen fürstlicher Personen, deutscher wie aus- 
landischer, geschmückt.  v. Kxosmx 11, 7.]  
Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Schloss allmalig zurückgesetzt. 
Zwar liess Herzog Ernst August noch zwischen 1725 u. 1730, wohl um ein Trompeter- 
corps bei Festlichkeiten aufzustellen, die sogen. Trompeterstube herstellen, einen 
hölzernen geschlossenen Erker-Anbau an der ausseren Nordfront (daher von ihr aus 
noch ein deshalb verloren gegangenes Fenster des 16. Jahrhunderts sichtbar ist); 
doch wurde auf seine Veranlassung, um der durch den Brand von 1717 verarmten 
Stadt aufzuhelfen, im ersten Obergeschoss eine Barchent- und Baumwollen-Spinnerei 
eingerichtet (welche bald aufgegeben wurde), ein anderer Theil für die geretteten 
Archive, und nur wenige Raume der Hofhaltung vorbehalten. Als vollends 1747 
das mittlere Schloss vollendet worden, wurde das alte Schloss, in welchem Ernst 
August während des Baues nur ein Zimmer zeitweilig bewohnte, ganz aufgegeben, 
und zum letzten Male 1750 bei dem Huldigungseid für den Herzog von Saalfelrl 
(Obervormund des Prinzen von Sachsen-Weimar) benutzt. 
Das Gebäude zwischen dem alten und 
dienend, hat keinen besonderen Klmstwerth. 
mittleren 
Schloss, 
Wirthschaftlichen 
Zwecken 
Das mittlere Schloss (auch das neue Schloss genannt) wurde an Stelle von 22 
Privathäusern 1736-47 errichtet [nachdem ein 1734 auf den Fundamenten dieser 
Häuser aufgeführter Bau wegen Unsicherheit abgetragen werden musste] und zwar 
von dem Baumeister Krone nach den Plänen des Italieners Struzzi. Es zeigt ein 
maassvolles und feines Roccoco bei mässigen Raumverhältnissen und concentrirter 
Anlage. Dem sehr verschiedenen Terrain entsprechend, ist das Erdgeschoss nach der 
Saale hin bedeutender als nach der Stadtseite zu, wo die Eingangsseite nur durch 
einen Terraineinschnitt gewonnen wurde, während der von der Stadtseite her kom- 
mende ebene Weg durch Vermittelung weniger Stufen und einer brückenartigen 
Ueberführung (über den Weg des Erdgeschoss-Einganges) zu dem als Hauptgeschoss statt- 
licher entwickelten Obergeschoss führt. Da über diesem nur ein Halbgeschoss noch 
angelegt ist, erscheint das Schloss von der Stadtseite eher als Schlösschen (wie es 
auch heisst) und wirkt auch durch den Dachabschluss mit seiner geschweiften Mittel- 
kuppel und den Nebenkuppeln mit hohen Stangen darauf weniger imposant als zierlich. 
Die Eingangsthür schmückt das sächsische Wappen im zierlich geschweiften Auf- 
satz  darüber ist ein elliptisches Fenster, die übrigen Fensterumrahmungen sind 
Hachbogig, mit geschweiften leichten Aufsätzen, darüber im Mittelbau elliptische. 
Die Anlage des Grundrisses ist, wie erwähnt, compendiös unter Vermeidung von 
Flurgängen. Die Lösung der Treppenanlage als runder Wendeltreppe im Inneren 
des Hauses veranlasste Wohl den Architekten, dem Vorsaal seine Gestalt zu geben,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.