Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Apolda
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2459749
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2466096
390 
Zowmnnsmbi.  Apolda. 84 
Platte, links unten. Die obere Hälfte wird von einer Cartouchen-Umrahmung 
eingenommen mit den Worten: VON GOTTES GNADEN FRID-RICH WILHELM 
VND IOHANNES GEBRÜDERE H.Z  S. (Herzöge zu Sachsen. Es können damit 
nur die beiden 1562 bezw. 1570 geborenen Söhne Johann Wilhelms von Weimar, die 
Stammvater der heutigen thüringischen Fürstenhäuser gemeint sein). In der unteren 
Hälfte zwei Knaben-Kniestücke in Relief. 
Platte, rechts unten. Die obere, wie die untere Hälfte wird von einer Car- 
touchen-Umrahmung eingenommen; in der oberen steht: ANNO 1581 FLORIAN 
JEGER; in der unteren: F.I.Z.W (Florian Jäger zu Weimar?), darunter ein Jagd- 
horn und ein springender Fuchs (wie in der Kirche zu Grossneuhausen im Amts- 
gerichtsbezirk Buttstädt). 
Platte, in der Mitte oben. Relief des Gekreuzigten zwischen Johannes und 
Maria, darunter: MICHAEL BECKERIN. 
Alle drei Platten tragen denselben Namenszug des Steinmetz-Meisters: ZK 
und zwar die erstgenannte Platte hinter dem: H .Z .S  die zweite zwischen den 
beiden Cartouchen, die dritte links vom Cruciiix. Ich halte die Reihenfolge für: N.T.L, 
und diese Vermuthung wird dadurch bestärkt, dass zwischen der Cartouche und dem 
Relief der ersten Platte nochmals getrennt: N. T. steht. Ist diese Annahme richtig, 
so könnte man noch weiter gehen und in dem N. T. den gleichnamigen Vater des 
Baumeisters Nikolaus Teiner wiedererkennen (der 1610 als Meister an der Kirche zu 
Ossmannstedt thätig war, s. dort S. 358); die Technik und die Schriftformen sprechen 
ebenfalls für einen Zusammenhang. (Oder wäre der hier und in Ossmannstedt thätige 
Künstler eine Person und der in Gotha thätige der Sohn?) In dem L. wäre damit 
vielleicht der Anfangsbuchstabe der Herkunft (des Geburts- oder Werkstatt-Ortes) 
für diesen immerhin vor vielen Zeitgenossen hervorragenden und darum interessanten 
Meister (Langensalza? Leipzig?) gefunden. 
Gemeindehaus, ein schlecht ausgeführter und nicht sonderlich geschonter, 
aber für ländliche Verhältnisse auffallend bedeutender Bau, unten Stein, oben Holz. 
Der Grundriss ist ein einfaches Rechteck; im Obergeschoss sitzen jetzt schmucklose 
Rechteck-Fenster; im Erdgeschoss aber öffnen sich nach der Langsfront hin zwei 
grosse Rundbögen, und auf dem Walmdach ruht ein für das Haus verhaltnissmassig 
breiter, hoher Thurm, zunächst ein Achteck-Geschoss, darauf eine Schweifkuppel, ein 
Tabernakel-Aufsatz mit Uhr, zweite Schweifkuppel, wiederum achteckiger Aufsatz und 
schlanker Helm. S0 entsteht eine malerische Erscheinung des ganzen, kleinen Ge- 
bäudes, das vielleicht vorher zu einem Rittergut gehört haben mag. Das Gemeinde- 
Backhaus StÖSSt daran.  Vgl. Schumann, Lexikon X111, S. 697; XVIII, S. 1060.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.