Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Apolda
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2459749
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2466055
Zimmern, s km ostsüdöstlich von Apolda; 1354 Czymern, 1356 und 1433 
Zcymmern, wohl vorher landgräfliches Lehn der Vitzthume von Apolda, dann der 
Familien von Leyre und Sommerlate; litt besonders 1759 durch Brand. 1281 er- 
scheint ein Hermann von Oimber als Burgmann in Dornburg.  Kronfeld, Landes- 
klmde II, S. 223.  Martin, Urkundenb. d. Stadt Jena I, Nr. 23. 255. 268. 271. 273. 278. 301.  
A. Schumann, Lexikon v. Sachsen XIII, S. 599 f; XVIII, S. 1049.  C. F. L. Schumann, Landes- 
kunde, S. 58 f.  Staatshandbuch f. S-Weimar 1864, S. 214, 26. 
Kirche. Der rechteckige, innen 7,2 m lange, 5,4 m breite Chor, welcher vor 
1759 einen Thurm trug, stammt wohl in seiner Anlage aus älterer Zeit, ist aber, wie 
das 14 m lange, 5,8 m breite Langhaus, nach dem Brande der alten Kirche 1759 
gebaut. Alles ist einfach. Geputzte Holztonnen über dem Chor und dem durch 
einen rundbogigen, aber sichtlich später erhöhten Triumphbogen getrennten Langhaus; 
im Chor rechteckige Fenster, im Langhans iiachbogige Thür- und Fenster-Oelfnungen 
von regelmässiger Anlage. Der massive Bau des Osttheils reicht bis etwas über das 
Langhaus-Dach. Dann deckt ihn gleich ein Walmdach, auf dessen Ostseite ein 
winziger Tabernakel-Aufsatz mit Zeltdach sich erhebt.  Kronfeld a. a. O.  C. F. 
L. Schumann, Landeskunde, S. 58 f. 
Kanzelbau, aus dem 18. Jahrhundert, hinter dem Altar, stattlich und reich, 
dem zu Eberstedt ähnlich bezüglich der Mittelsäulen. Im Erdgeschoss bilden ein 
mittlerer Rundbogen und zwei seitliche, breitere Korbbögen, welche auf Kämpfern 
und toscanischen Pfeilern ruhen, die drei Durchgänge. Nur die seitlichen Abtheilungen, 
deren Zwickel mit einigen Roccoco-Schnörkeln gefüllt sind, werden von wagerechtem 
Gebälk überdeckt; denn zwischen dem mittleren und den seitlichen Durchgängen 
steigen Säulen, welche auf hohen, mit Roccoco-Verzierungen gefüllten Postamenten 
ruhen und attische Basen, glatte Schafte und römisch-ionische Capitelle haben, bis 
zu gewaltiger Höhe empor, so hoch, dass über ihnen nur ein ebenfalls hohes, ver- 
kröpftes Gebälk und darauf ein kleines Dreifaltigkeits-Dreieck zwischen zwei Engeln 
(nicht eine grössere Giebelbekrönung) Platz hat. Das Gebälk setzt sich rechts und 
links (ausserhalb der Säulen) noch ein Stück fort, dadurch mächtiger wirkend, 
und wird in diesem Theil von den zwei grossen Halbgiebeln unterstützt, welche von 
den beiden äusseren Ecken der seitlichen unteren Gebälke aus aufsteigen. Diese 
gehen in kühnem Schwunge, in einer Linie: f in die Höhe, die in der Mitte 
ihres Laufes Engelsiiguren der Wahrheit (mit einem Spiegel) und des Glaubens (mit 
Kelch) tragen und an ihren Vorderflächen mit derbem Schnitzwerk in ungefährer 
Bildung einer Blattrosette belegt sind. Zwischen den beiden ionischen Säulen schwebt 
über dem unteren Mittel-Durchgang die Kanzel auf gegliederter, weitausladender 
Console, im Grundriss: U, im Aufriss: q und oben unter (also nicht, wie sonst, vor) 
dem Gebälk der ihr im Grundriss entsprechende Schalldeckel. Holz, mit einiger 
Färbung. 
Kanne, mit: M .E .B .I .H  Braun 1748 auf dem Deckel, von geschweifter Form. 
Zinn.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.