Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Apolda
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2459749
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2463078
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J 12m, 
Kirchhof. 
Jena. 
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hunderte langen Benutzung ziemlich regellos angeordneten Grabmätler geben. Es sind 
übrigens meistens solche vom Ende des 17. Jahrh. und vom 18. Jahrh. (Vgl. über sie 
ADB. Bnmx, Arclzilect. Jenens. 1681, S.  SCHREIBER u. Fänman, S. 165 
Bemerkenswerth sind besonders folgende (alle von Sandstein): 
A. Zwischen der Katholischen und Garnisonkirche: 
Grabstein, jetzt der Familie Kürbitz, an der Ostmauer nahe der erwähnten 
Scheidemauer zwischen den beiden Kirchhöfen. Er ist aus dem Ende des 16. Jahr- 
hunderts; Spätrenaissance. Ein später wohl überarbeitetes, mit antikisirendem Sockel 
und Gesims versehenes Postament mit Palmblatt-Verzierung in den Füllungen der drei 
Theile, im mittleren Theil vortretend, trägt die hohe Platte mit einer (jetzt durch 
die neue Inschrift eingenommenen) Tafel in einem Kranz, unter dem eine hübsche 
Cartouche, und über dem zwei Wappen sind. Daneben, auf dem zurücktretenden 
Theile des Postamentes steigen Spiralvoluten, mit Fruchtsträngen behängt, auf, bis zu 
gleicher Höhe mit dem oberen Platten-Ende. S0 ruht über diesem Theil gemein- 
schaftlich ein über der Platte vortretendes, sehr hübsches, attisches Gebälk mit ver- 
ziertein Fries und mit einem Flachbogengiebel über dem mittleren Stück. Im Giebel- 
feld ist ein Wappen. Auf dem Giebel ein auf einem Schädel liegendes Knäbchen. 
An den Ecken (also über dem Gebälk oberhalb der Voluten) stehen Pinienzapfen. 
Grabstein der Familie Neuberger an der Scheidemauer nahe der Ostecke, 
Spatrenaissance, von 1678. Postament mit antikisirenden Gesimsen in den mitt- 
leren Theil vortretend; in jedem der drei so entstehenden Felder Füllungen mit 
Akanthus. Auf dem mittleren Theile steht die Platte. Sie enthält die Inschrifttafel 
in einem Eichenkranz, darunter Füllhörner mit Blumen und Früchten, darüber in 
Akanthus- und Cartouchen-Umrahmung zwei Wappen. Zu den Seiten, also zurücktretend, 
steigen Plattenstücke in geschweifter Verjüngung auf, mit Blumen und Frucht- 
strängen behängt. Oben befinden sich an den Ecken dieser letzteren Theile je zwei 
Consolen, die nach vorn und den Seiten gehen. Diese tragen das über das Ganze 
gehende, attische Gebälk mit verziertem Fries; darüber ein Dreieekgiebel, im Giebel- 
feld ein Cartouchenschild mit Spruch. Die Arbeit ist derb, aber gut  . 
Grabmal inmitten des Kirchhofs nach Westen zu, für den Fechtmeister 
Kreussler, barock, gross. Das Postament tritt im mittleren Theil als Inschrift- 
tafel vor, in den seitlichen Theilen zurück, mit durchbrochen gearbeitetem Akanthus- 
werk, nach oben ausladend. Darüber ein Gesims. Auf diesem steht über einem 
gekehlten, mit einem Wappen verzierten Sockel der bärtige Gott der Zeit, sehr 
theatralisch, mit flatterndem Gewande und nach der Sanduhr in der erhobenen Linken 
schauend. Rechts und links sitzen Glaube und Hoffnung, ebenfalls manierirt in 
Haltung und Faltenwurf, aber von tüchtiger Arbeit  
Grabmal hinter dem vorigen, für die Familie Kreussler, 1742 etc., im Zopfstil. 
Auf hohem, schmucklosem Unterbau steht ein geschweiftes Ornament, mit Vorhängen 
und Schädeln verziert. Darauf eine abgestumpfte Pyramide mit jonischen Voluten, 
einem antiken Dreifuss-Untersatz nachgebildet; sie enthält die Inschrift (deren Ende 
am Sockel steht); auf der Spitze eine Flammenurne. Zu den Seiten der Pyramide 
stehen eine friedliche und eine kriegerische Frauengestalt [verstümmelt]. 
Grabmal in der Richtung des vorigen, an der Westmauer (oder vielmehr die 
künstlerische Verkleidung der Mauer) der Familie  jetzt der Familie Gräfe gehörig
        

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