Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Apolda
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2459749
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2462846
105 
Jena. 
JENA: 
Gollegienkirehe. 
105 
der hässliche Eindruck des Inneren gesteigert.  Das westliche, jetzt abgeschlossene 
Joch lässt aussen nach Nord und West noch ein in der Bauweise des 16. Jahr- 
hunderts proülirtes Fenster sehen. Darüber sind aber an beiden Seiten wieder 
schlechte Fenster-Durchbrechungen und Wieder-Vermauerungen, an denselben die 
Spur einer ursprünglich kreisförmigen, ziemlich grossen Fensteröifnung.  An der 
Südseite wurde, als die aussen vorliegenden Bauten abgebrochen waren (s. unten), 
wohl im 18. Jahrhundert eine Reihe rechteckiger Fenster mit Flachbogenleibung 
unregelmässig eingebrochen  
Ein hübsch profilirtes, allein verwittertes Rundbogenportal der Renaissance führt 
nördlich in das Thurm-Erdgeschoss und so in die Kirche.  Das in das zweite Nord- 
schiff-Joch führende Portal zeigt sich im unteren Theil, wo es ein Doppelportal mit 
Mittelpfosten ist, noch gothisch, mit Birnstäben zwischen Kehlen in der Umrah- 
mung. Wenn das Nordschiff selbst, wie oben angenommen, spätere Anlage ist, so 
ist ein vorhandenes Portal beim Anbau jedenfalls wieder verwendet worden. Der 
obere Abschluss mit dem Korbbogenfeld, der Säule unter dessen Scheitel und der 
Schweifbekrönung darüber, ist denn auch schlechteste Neugothik vom Anfang des 
18. Jahrhunderts. 
Rechts von diesem Portal ist noch in einem Strebepfeiler eine zierliche gothische 
(also auch ältere) Heiligen-Nische mit Kleebogen-Ueberdeckung und unten mit einem 
achteckig vertretenden, an den Flächen mit Blendmaasswerk verzierten Consol. 
Der Thurm, 1548 vom Baumeister Zöllner erbaut, jedenfalls früher achteckig im 
Oberbau, verlor letzteren und hat dafür im Jahre 1756 einen hässlichen erhalten, der 
östlich gerade abschliesst, also unregelmässig fünfeckig ist. Darauf eine Schweifkuppel. 
An die Südseite der Kirche stiessen Kreuzgang und Klostergebäude. 
Südlich waren dem Hauptschiff rechteckige Kapellen mit Kreuzgewölben vor- 
gebaut, von denen nur die im (von Osten) zweiten und vierten Joch erhalten sind. 
Wegen ihres theilweisen Abbruchs [der nebst dem des anschliessenden Kreuzganges 
schon 1557 unter Nickel Mehlhorn's Aufsicht zum Theil erfolgte] wurden die südlichen 
Chor-Strebepfeiler in ihrem unteren Stück durch weit heraustretende Strebepfeiler 
mit Strebebögen verstärkt. Trotzdem scheint später die Zumauerung der Strebebögen 
zu weiterer Verstärkung nothwendig geworden zu sein. Drei der Strebepfeiler mussten 
nochmals, wohl im 18. Jahrhundert bei Abbruch weiterer Gebäude, eine dritte Vor- 
läge unten erhalten. Zwischen den Strebepfeilern werden aussen unter den Fenstern 
rechteckige Umrahmungen sichtbar, welche wohl mehreren schon im 17. Jahrhundert 
vorgenommenen, aber wieder zugesetzten Durchbrechungen zuzuschreiben sind. Spuren 
abgebrochener Gebäude zeigen sich hier mehrfach (alle keine besondere künstlerische 
Durchbildung verrathend). 
Zum Theil erhalten ist der Kreuzgang in seinem Südiiügel und zwar schmale 
Spitzbogen auf kunstlosen Achteck-Pfeilern mit Hohlprofilen, im 16. Jahrhundert ver- 
mauert, um Innenräume zu gewinnen (jetzt Anatomie etc.). Ueber dem Kreuzgang 
waren die bescheidenen Wohnungen. Bei einer Erhöhung dieses Bautheiles hat man 
ruhig das alte Dachgesims stehen lassen. 
Nördlich schliessen sich ebenfalls an die Kirche Anbauten. Sie sind aus älterer 
Zeit, mit einzelnen Spitzbogenthüren, aber ebenso schmucklos, als verwahrlost. 
Alm. BEIEB, Arcbil. Jenens. 1681, S. 658 jl  BUBKHABDT, 
Zeitschr. IV, 231 (bes. S. 232  die Namen aller Wefkmeister). 
m 
Tlzürzhg. Verems- 
Fnnn. v. Gnom,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.