Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirk Weimar
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2456047
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2457261
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Ewmxsßvne. 
Weimar. 
-Aufsä.tzen ältere Holzschnitz-Werke benutzt, stark lackirt. Schränkchen, 
holländisch, aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts, dem im Eckzimmer der Ober- 
hofmeisterin im Hauptschloss (s. S. 230) ähnlich, aber noch origineller  (Es steht 
auf modernem Tisch-Untersatz.) Seine Ecken sind nach vorn und nach den Seiten 
durch Figuren oder Gruppen übereinander belebt, welche, klein, derb und skizzen- 
haft, dennoch deutlich römisch-antike und auf Michelangelo weisende Studien ver- 
rathen. So erkennen wir in den die Postamente ersetzenden Kindergestalten die ent- 
sprechend gemalten Kindermotive der Decke der sixtinischen Kapelle wieder, in dem 
Mann, bezw. der Frau mit einem Kind auf dem Arm und einem zur Seite, Studien 
nach dem Sündiluth-Bild an eben dieser Decke; in der seitlichen rohen Frauengestalt 
die Haltung der mediceischen Venus. Derb, aber höchst lebhaft ist die Belebung der 
Vorderiläche in den drei Nischen durch Figürchen, wobei die Anordnung ungleicher 
Höhen- und Grössen-Verhältnisse der seitlichen Figuren gegen die mittleren charak- 
teristisch nordisch ist, und die Knaben auf Delphinen als Consolen auch eine mehr 
äusserliche Auffassung der classischen Bauformen abspiegeln. Venetianischer Spie- 
gel. Darunter Schränkchen  aus dem 17. Jahrhundert, wohl rheinisch, von 
grosser Schönheit. Während die Klappthür des Haupttheiles und die Schiebethür 
des Sockeltheiles durch einfache, verkröpfte Rahmen, erstere mit etwas Schnitzerei 
auf dem Rahmen und den kleinen Figuren 
 der Jahreszeiten an den Ecken, belebt 
 sind, sind die Pilaster auf das Reizendste 
i-aäfä; "sie mit den zwischen den Blattranken schwe- 
 benden Knäblein gefüllt, auch das linke 
   Wxffiäfglyi-Iu, Postament-Ornament (das rechte ist 
   schlechte Erneuerung) bei seiner Ein- 
    "miläikiw" fachheit von feinstem Schwung; die Gruppe 
   s. im Abschluss-Gesims, die nebeneinander 
       thronenden Göttinnen der Gerechtigkeit 
  E und des Friedens sind äaider beschädigt. 
   "Äl  Ein Gemälde von raus, jene be- 
 fjfji,    rühmte Theatervorstellung im etters- 
gz      burger Park darstellend, mit Goethe im 
     Vordergrund, 1st zwar nicht künstlerisch 
    V3?" hervorragend, aber interessant, im 
    "il'äi_ z,  Schlosse selbst die einzige, lebendige Er- 
        Goethe's Aufenthalt. 
   E-Afgm h  lnnerung an.     
 i,    " U3: Gehen wir zuruck zur Bildergallerie 
  71T Am und diese durch bis an das andere, öst- 
Schlüssel im Schlosse zu Ettersburg. liche Ende, S9 gelangen wir in den Gäng 
des Ostflügels. Derselbe zeigt, an en 
Wänden befestigt, Landschaften auf Stoß gemalt, welche, in der 1. Hälfte 
unseres Jahrhunderts und rein decorativ, handwerklich ausgeführt, thüringische 
Ruinen darstellen und daher bis zu einem gewissen Grade für ihren damaligen Zu- 
stand als Illustrationen dienen können. 
An diesem Gang liegt das Zimmer des Hofmarschalls. Darin Schränk- 
chen, auf einem Tisch-Untersatz, wesentlich neu; doch sind einige Friese, Con-
        

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