Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirk Weimar
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2456047
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2457238
Weimar. 
Errmzsnmze. 
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theil dreitheilig durch gliedernde Säulen, die Mittel-Abtheilung als Porta1-Nach- 
ahmung (mit perspectivischem Fussboden), die Seiten-Abtheilungen mit Schiebladen; 
Obertheil dreitheilig durch Säulen, mit Schiebladen. Die Kostbarkeit des Schrankes 
liegt mehr darin, dass zu allen Flächen (auch den Säulen) Schildpatt genommen ist, 
welches jetzt fast gleichmässig fleckenlos und undurchsichtig roth aussieht, zu den 
Rahmenwerken Ebenholz und einzelne Vergoldungen an durchbrochen geschnitzten 
Einfassungen und Metall-Beschlägen. 
Der Bettraum bildet den Schluss der Zimmerreihe nach Westen in der Ecke 
und empfängt daher als Alkoven nur Licht vom Vorraum (aber mehr, da dieser 
heller, als der entsprechende nach Osten abschliessende Bettraum). Bettstelle 
mit Benutzung älterer Theile, Himmelbett. Das eigentliche Gestell mit Friesen, 
darin Löwenköpfe und Blumen-Guirlanden. Die 4 Pfosten, welche den Himmel 
tragen, Hermen mit daraus wachsenden Engel-Oberkörpern, sind neu, das Krönungs- 
brett am Fuss-Ende, Relief der Maria mit dem Kinde zwischen stilisirten Vögeln 
und Früchten, ist alt, aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, süddeutsch, schwung- 
voll componirt; ebenso das über dem Kopfbrett angebrachte Relief der Anbetung der 
Hirten; Betthimmel, meist neu, als einfache Cassettendecke, antikisirend. S chrank, 
gross, sehr reich, mit gewundenen Säulen, dem sogenannten Augsburger Schrank 
in der Fröhlichen Wiederkunft (siehe Westkreis Altenburg, S. 175) und einem 
in der Wartburg sehr ähnlich. Schränkchen, auf Tisch-Untersatz, aus dem 
18. Jahrhundert, mit bäuerisch-kindlichen Hochreliefs (Verkündigung und Jacobs- 
leiter) an den Thüren; die Reliefs vergoldet auf schwarzem Hintergrund. 
Gehen wir von dem Mittelsaal aus nach links, Osten. 
Schlafzimmer  dem auf der anderen Seite des Mittelsalons entsprechend. 
Bettstelle, Gegenstück zu der in jenem Zimmer; am Kopfbrett Relieffigur der 
heiligen Helena, am Fussbrett der barmherzige Samariter, den Verwundeten im 
Wirthshaus übergebend. Danziger Schrank, gross, Prachtstück in bekannter 
Weise, um 1700, mit dem beliebten Wechsel glatter und überreicher Theile, die 
letzteren in durchbrochener Schnitzerei, dunkel, auf die glatten, helleren Flächen 
aufgesetzt. Hier machen dieselben, weil elegant und mit schlanken Figuren ge- 
schnitzt, einen sehr guten Eindruck, so die Pilaster-Füllungen mit den reizend 
in die Blumen und Ranken componirten Knäbchen  auch die Zwickel mit den 
von Blattranken umgebenen Repräsentantinnen der vier Jahreszeiten, während die 
Giebelschnitzerei "mit den Repräsentanten des Handels (Anker und dergl.) unter 
der von zwei Knaben gehaltenen Krone (Nachklang alter Heiligen-Darstellung), an 
sich trefflich, das Gebälk in ganz unberechtigter Weise unterbricht bezw. füllt. 
Gehen wir von diesem Zimmer noch weiter links (nach Osten), so treffen wir 
ein Zimmer, das als Wohnraum, zugleich aber auch als Vorraum zu dem sich 
noch weiter anschliessenden, durch einen Korbbogen gegen dies Zimmer geöffneten 
Bettraum dient. Kamin-Einfassung und -Aufsatz, Gegenstück zu denen im 
entsprechenden Zimmer westlich vom Salon, mit Benutzung von älteren Möbel- 
theilen, so besonders im Aufsatz zwei Reliefs (Christus dem Volke ausgestellt, 
Handwaschung des Pilatus), schwäbischer Renaissance. Schränkchen, Anfang 
des 18. Jahrhunderts, Ebenholz mit Elfenbein-Einlagen. Spiegel  in Gold- 
rahmen, um 1730, mit sehr hübsch stilisirtem, dabei einfachem Bandwerk an den 
Bau- und Kunitdenkm. Thüringens. S-Weimar-Eisenach I. 3
        

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