Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirk Weimar
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2456047
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2458956
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Weimar. 
WEIMAB, 
Bibliothek. 
389 
saalfelder Arbeit  Figuren im Mittelschrein: Maria mit dem J esuskind Zwischen 
den Heiligen Augustinus und Michael, sehr gut, fein geschnitten, liebenswürdig, 
gut erhalten, auch in Farben und Vergoldungen. Gemälde an den Flügeln, innen 
Barbara und Katharina, aussen Verkündigung und Geburt  ebenfalls lieblich 
aufgefasst, die Aussenbilder besser, als die etwas steifen, aber durch Zeittracht 
interessanten Innenbilder. 
Zwei Reliefgruppen, die eine: Tod der Maria (2. Obergeschoss-Vor- 
platz, Treppenpfeiler), klein, die andere: heilige Sipp e (2. Obergeschoss-Vorplatz, 
Wand zur Hauptsaal-Gallerie), beide um 1510, gut, namentlich die letztere (wohl 
aus Heilsberg im Amtsger. Blankenhain, Gegenstück der in der dortigen Kirche 
noch befindlichen Geburt Christi, s. Bd. Weimar S. 126), mit recht ausdrucksvollen 
Köpfen und von lebendiger Auifassung; Maria mit edlem Gesicht, doch von puppen- 
theaterhafter Composition (den geistlichen Theaterspielen gewiss entsprechend). 
Naivetät drückt sich in der Art aus, wie auf dem Sippenbild hinten Maria in ganz 
kleiner Figur mit dem Jesuskind auf dem Arm durch einen Fensterbogen auf die 
Gruppe im vorderen Raum schaut.  Diese beiden Reliefs sind jedenfalls diejenigen Nr. 6 
u. 7 in dem Bericht von Vulpius vom 24. April 1817 über die Schnitzwerke aus Blankenhain u. 
Kranichfeld (in den Akten betreif. Erh. d. Mon. in d. Grossherzogl. Bibl.), welche damals in den Farben 
erneuert wurden. 
Mittelschrein (über dem Relief der heil. Sippe), um 1520, klein, unbedeu- 
tend, durch Anstrich etwas verschlechtert. In der Mitte steht die gekrönte Maria. 
mit dem Kinde in einer dreiseitigen Nische unter hübsch geschnitztem Baldachin; 
durch Pfeilerchen mit Baldachin-Fialen davon getrennt an jeder Seite je eine weib- 
liche, gekrönte Heilige oben, wie unten (Agnes, Barbara etc.) unter geschnitzten 
Baldachinen.  Hess, S. 42.  Lotz a. a. O. 
Alt a r s ta f f e 1  G e m äl d e (Vorplatz des 2. Obergeschosses , über der Thür 
zur Hauptsaal-Gallerie), aus der Kirche zu Ettersburg, u1n 1520, Halbfiguren Christi 
und der zwölf Apostel mit Abzeichen und Beischriften (Wie in Oberhasel, s. Westkreis 
Altenburg, S. 136 u.  eines der besseren seiner Art durch individuelle Köpfe bei 
ungelenken Haltungen.  Hess, S. 43.  Lotz a. a. O.  Vulpius, Curiositäten VI, S. 169. 
Zwei grosse Gemälde zu den Seiten des S. 386 genannten Dreiflügelbildes, 
Aussenmalereien der Flügel eines Altarwerkes von etwa 1530 (aus der spätesten 
Zeit der Heiligen-Verehrung), an der Wand befestigt [so dass die Innenseiten 
nicht zu sehen sind; sie enthielten jetzt herausgenommene Figuren]. Links stehen 
durch Unterschriften bezeichnete Figuren, der heilige Bonifacius mit Bischof- 
stab und dem vom Schwert durchbohrten Buch, und Martha als gastfreundliche 
Herrin (hospita domina) mit Kanne und Schüssel (darauf eine gebratene Gans); 
rechts Philippus mit T- Kreuz und Jacobus der Jüngere mit Walkerbogen. Die 
dreiviertel lebensgrossen Figuren sind recht sauber und sorglich, etwas trocken 
gemalt, am besten der ausdrucksvolle Kopf des Jacobus mit schwarzem, krausem 
Haar.  Kühler, in Repertor. f. Kuustwissensch. VIII (1884), S. 367. 
Weiter aufwärts an der rechten Wand: Zwei Flügel eines Altarwerkes, um 
1530, gute, mitteldeutsche Malerei, 1816 aus Heilsberg hergekommen. Es ist jedes- 
mal ein Heiliger in ganzer Figur stehend gemalt (auf dem einen innen der heilige 
Hubertus, aussen Bonifacius, auf dem anderen innen Rochus, aussen Wolfgang mit
        

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