Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirk Weimar
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2456047
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2458790
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Weimar. 
WEIMAR, 
Grossherzogliehes 
Residenzschloss. 
377 
(welche schon einen Schritt zu der erst später in Deutschland zur Schule gewordenen 
Nachahmung römischer Renaissance bezeichnen) geben den Charakter dieses statt- 
lichen und würdigen Fürstensitzes, der durch kräftigere Portal-Bildungen oder durch 
irgendwelche Belebung des Daches zu höherer Bedeutung erhoben werden könnte. 
Im Innern herrscht durchweg classischer Geist bei einer gewissen, vornehmen 
Zurückhaltung. 
Im Ostiiügel liegen hauptsächlich die Wohnräume Ihrer Königl. Hoheiten des 
Grossherzogs und der Frau Grossherzogin. Den herrlichsten Schmuck derselben 
bilden die italienischen Gemälde, unter denen die bekannten Köpfe aus Leonardo 
da Vinci's Abendmahl und treffliche Bilder von Luini, Perugino und Rembrandt 
hier andeutungsweise genannt werden dürfen (für Thüringen sind von Bedeutung 
auch einige historische Landschaften von Preller und Kaiser mit architektonischen 
Hintergründen), sowie die an den Flurwänden aufgehängten Handzeichnungen 
deutscher, niederländischer und italienischer Meister, darunter Werke von seltenster 
Schönheit und Bedeutung.  Im Erdgeschoss des Ostilügels sind die grossherzog- 
lichen Silberkammern, die sogenannte grossfürstliche und die Privatsilber- 
kammer Ihrer Königl. Hoheiten und die Glas- und Porzellan-Kammer 
untergebracht. 
Im Nordflügel befindet sich im Erdgeschoss eine ein Irlamilienmuseum bildende 
S am mlu ng kleiner, kostbarer Geräthe und Gefässe von edeln Metallen, z. B. 
Münzenbecher, Arbeiten aus Elfenbein, Cocosnuss und anderen seltenen Stoffen, 
Gläser mit Schmuck von Metallen u. Aehnl. (M. Rosenberg, 17 Photogr. a. d. grosshzgl. 
säehs. Silberschatz in Weimar, 1892;  über eine silberne, in Cöln erkaufte Schale s. Archiv 
d. Gesellsch. f. a. deutsche Gesch. III, S. 454 f. u. IV, S. 274 f. mit Abbild). Im letzten Zimmer 
dieser Sammlung ein prachtvoller Schrank, holländische Arbeit des 17. Jahr- 
hunderts, architektonisch gegliedert und reich geschnitzt mit Ornamenten und Figuren 
in Relief (Füllungen mit biblischen Darstellungen), durchbrochener Schnitzerei 
(Fries mit Reitern) und freier Arbeit (Aufsatz mit Glaube, Liebe, Hoffnung); ferner 
ornamentale Schnitzwerke von dem Fürstenstand der jenaer Stadtkirche (bei 
deren letzter Restauration beseitigt, vgl. Schnitzwerke im Schlosse zu Allstedt); 
2 gute O el gemälde, Herzog Bernhard, mit und ohne Knebelbart.  In den 
oberen Geschossen liegen die sogenannte grosse Gallerie, Courzimmer und Räume 
für Gäste, sowie zum kleinen Theil die erbgrossherzogliche Wohnung. 
Im Westiiügel sind unten die Zimmer zum Andenken an die Dichter seit 1835 
künstlerisch ausgeschmückt, die Schlosskapelle etwas später; Architekt des Meisten 
War Coudray, der Kapelle Hess.  In den oberen Geschossen liegt der Hauptsache 
nach die Wohnung Seiner Königl. Hoheit des Erbgrossherzogs und seiner Familie. 
Gräbner, S. 64 Ansicht.  Held, Photographie des Aeussern nach dem Wasser hin.  
Hess, in Thüring. Vereins-Zeitschr. 1865  S. 225.  J u nghans und Koritzer in Meiningen, 
Liehtdrucke,  Kaaz, Zeichn. um 1802, gest. v. Müller.  G. M. Kraus, Aquarelle u. Radirungen 
im Grossherzogl. Museum.  Richter, Bilder a. d. westl. Deutschl. (Unser deutsches Land u. Volk VI), 
1883, S. 361 mit Ansicht.  Römmler und J onas in Dresden, Lichtdruck.  Sckell, Handschr. 
Kat. d. versch. Pläne (in der Grossherzogl. Bibliothek) 1830, S. 103 f. über den Bau von 1789.  
Schöll, S. 320 f. 327. 324 über die Innen-Ausschmückung; 330 über die Gemälde von Preller und 
Kaiser; 334 über die Kapelle; 335 f. ausführlich über die Diehterzimmer, vgl. Schorn, in Weimars 
Album 1840).  Schwier, Photographieen, bes. gut die vom Schloss mit Bastille im Vordergrund. 
 Soph. Williams in Berlin (Linde), Photographie. 
Bau- und Kuustdenkm. Thüringens. S-Weimar-Elsenach I. 12
        

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