Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirk Weimar
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2456047
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2458786
376 
WEIMAR, 
Blllg, 
Grossherzogliehes 
Residenzsuhloss. 
Weimar. 
176 
schen Reiz, der durch Bewachsen und anstossende Baumpartieen gehoben 
wird. An einigen Fenstern über dem Südportal sind die Zeichen:  
eingehauen. 
Im Innern des Baues befindet sich zunächst der runden Wendeltreppe im ersten 
Obergeschoss eine steinerne Thür-Umrahmung mit Pfeilern, Capitellgesimsen, pro- 
{ilirten Rundbögen und consolartigem, mit Kopfconsole versehenem Schlussstein. 
Ferner andere profilirte Thüren vom Ende des 16. Jahrhunderts, rundbogig, auch 
mit Sturz, sowie eine Kopfconsole im Treppenhaus. In der Hofkanzlei und in den 
anstossenden Dienerziminern einfache Balkendecken mit Kehlen und Stäben, gut 
profilirt. Im Sitzungszimmer des Oberhofmarschalls eine hübsche, englische Uhr 
vom Anfang des 18. Jahrhunderts, mit gegossenen und gravirten Ornamenten am 
Zifferblatt und Einlege-Arbeit am Gehäuse. 
Bildniss des Herzogs Johann Wilhelm in der Bibliothek von 1575, enthält eine Ansicht des Schlosses 
aus jener Zeit.  Ansicht des sogen. Hornsteins von W. Richter, gestochen von Boegehold 
(photogr. von Schwier).  Aquarelle der Wilhelmsburg vor, bei und nach dem Brande 1774 im 
l. Zimmer des Kunstkabinets der Bibliothek.  Francke, Weimar, S. 71, Abbild.  Gräbner, 
S. 65, mit Abbild. nach W. Richter.  Hess, in Thüring. Vereins-Zeitschr. V, S. 311. 328; VI, 
S. 225 f., mit der Inschr.  Th. Lob e, Stich der Bastille, um 1835.  Lübke, Gesch. d. deutsch. 
Renaissance 1882, II, S. 363.  Müller, Annales, S. 418.  Preller, Weimar u. Jena. vor 200 J., 
in Thüring. Vereins-Zeitschr. 1857, S. 8. 17.  J. M. Richter, Alte Prospecte von der Wilhelmsburg, 
wie solche nach dem Brand aufgebauet (in der Bibliothek zu Weimar).  Nachweis und Benutzungs- 
Erlaubniss der Zeichnung von 1612 von Richter im Museum zu Gotha verdanke ich Herrn Museums- 
Direktor Dr. Purgold.  J. G. Schenk, Stiche der Wilhelmsburg vor, bei und nach dem Brande 
(abweichend von den Aquarellen der Bibliothek); danach Schwier, Photogr.  Schöll, S. 308 
bis 319.  Schwerdgehurth, Stich der Bastille.  Wette I, S. 143. 144. 162. 163; II, S.  
Photographieen von Held, Schwier u. Hertel in Weimar. 
Das Grossherzogliche Residenzschloss, die Karlshurg, 
wurde an der Stelle und mit Benutzung von Unifassungs-Mauern des 1774 abge- 
brannten Schlosses, doch nach zum Theil anderem Grundriss aufgebaut. Eine 
Baucommission wurde eingesetzt, an deren Spitze Goethe stand; von Wolzogen 
hatte die Geschäftsleitung. 1789 wurde der Bau unter Hofbaumeister Steiner und 
dem aus Hamburg berufenen Professor Ahrends begonnen und der Haupttheil nach 
1790 vollendet, 1794 unter Dach gebracht. Aeussere Hindernisse, wie der Krieg, 
innere Gründe, Anpassen an Gegebenes, dazu wieder mehrfache Aenderungen 
während des Baues boten Schwierigkeiten und veranlassten öfteren Wechsel der 
Baumeister und Künstler; so tritt für die vorher Genannten 1797 Professor Thouret 
aus Stuttgart ein (von ihm besonders Bau am Ostflügel), 1801 dafür Genz aus 
Berlin und Rabe (von ihm Nordüügel und Ostflügel vollendet). 1803 wurde das 
Schloss bezogen. Der Westflügel wurde erst nach 1820 vollendet.  
Das Schloss, nach französischem Muster mit seinen drei Flügeln einen rechteckigen 
Hof einschliessend, dessen vierte (südliche) Seite frei geblieben ist, hat seine Haupt- 
Ansicht nach diesem Hof hin, während alle drei Aussenseiten in Folge der Lage 
weniger zur Geltung kommen. Es ist das Erzeugniss ernster, bedächtiger Kunst- 
Auffassung, ohne lebhaftere Gestaltung oder Gruppirung, noch stärkere Individuali- 
sirung. Neuclassischer Stil in der Einzel-Ausbildung, rechteckige Fenster in drei 
Geschossen zwischen Pilastern, die Bogen-Gestaltung des Erdgeschosses und Rustica
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.