Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirk Weimar
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2456047
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2456907
EINLEITUNG. 
Weimar. 
Herrschaft den Landgrafen zu Lehn aufzutragen und nach dem Tode der Brüder 
(Friedrich, T 1365, sein Grabstein in der Kirche zu Oberweimar, s. dort; Hermann, 
T 1372) dem landgräflichen Hause ganz zu überlassen. Bald nach 1372 liessen 
die neuen Herren ein Verzeichniss ihrer Einkünfte etc. in Weimar anfertigen (das 
Rothe Buch). Als sie 1382 ihre Lande theilten, fielen Weimar und sein Gebiet 
dem Balthasar zu (Martin, Urkundeub. d. St. Jena I, Nr. 427 mit allen Literatur-angaben); bei 
den späteren Theilungen des 1423 kurfürstlich gewordenen Hauses Sachsen kam 
das weimarische Land 1445 als Herzogthum an Wilhelm den Tapferen (die Kur- 
würde an den Bruder Friedrich), 1485 aber mit den das Kurfürstenthum bildenden 
Gebieten an Ernst und dessen Nachfolger. Als Johann Friedrich I. 1547 durch die 
Wittenberger Capitulation die Kurwürde und ungefähr die östliche Hälfte seines 
Landes verlor, von welcher er kurz vor seinem Tode 1554 durch den Nauniburger 
Vertrag einen Theil wiedererhielt (s. geschichtl. Einleitung zu früheren Heften, 
u. A. zu Jena, Saalfeld, Gotha), bildete Weimar den Stamm des neu gebildeten 
Herzogthums. Es dürfte vielleicht Manchem willkommen sein, sich ein ungefähres 
Bild des damaligen neu gebildeten Staates zu machen. Die Bestandtheile waren: 
Von dem heutigen Grossherzogthum Sachsen-Weimar der nördliche (Haupt)-Theil 
(Stadt und Amt Weimar, Kapellendorf, ehemaliger Klosterbesitz Ettersburg, Butt- 
städt und Buttelstedt, Dornburg, Jena, Lobeda, Klosterbesitz Bürgel (Thalbürgel), 
Klosterbesitz Heusdorf, d. h. der heutige Bezirk von Apolda, Rossla, d. h. Nieder- 
und Ober-Rossla, ehemaliger Klosterbesitz Wallichen, d. h. ein Theil des heutigen 
Bezirks Vieselbach), der südliche Theil (Neustadt a. 0., Arnshaugk, Triptis, Auma, 
Weida; dazu das später verloren gegangene Ziegenrück), und von dem westlichen 
Theil das nördliche Stück bis etwa zur Werra (Eisenach mit der Wartburg, Creuz- 
burg, Gerstungen und Berka a. W.; die später verloren gegangenen Treffurt zum 
Theil und Breitenbach); ferner das ganze heutige Herzogthum Altenburg (1547 der 
Westtheil: Kahla, Leuchtenburg Schloss und Amt, Orlamünde, Schlösser Hummels- 
hain und Trockenborn, Roda, ehemaliger Klosterbesitz Lausnitz, dazu 1554 Eisen- 
berg, und der Osttheil: Altenburg, Ronneburg, Schmölln); vom Herzogthum Coburg 
und Gotha der Haupttheil des Herzogthums Gotha (Gotha, Wachsenburg, Herbs- 
leben, Tenneberg und Waltershausen, Schwarzwald, Klosterbesitze Ichtershausen, 
Reinhardtsbrunn und Georgenthal; von der dazwischen gelegenen Grafschaft Gleichen, 
welche das Gebiet Ohrdruf-Seebergen und Grafentonna umfasste, nur die Lehns- 
hoheit); das ganze Fürstenthuin Coburg; von Sachsen-Meiningen die nördliche 
Exclave Camburg, das östliche Stück des Haupttheiles (Pössneck und Friedebach, 
Saalfeld als kaiserliches Lehn, Probstzella bezw. Gräfenthal, und meist das übrige 
Gebiet bis nach dem Coburgischen hin) und das westliche Stück desselben (Theil 
von Salzungen). (Das mittlere Stück mit Meiningen gehörte noch der Grafschaft 
Henneberg.) Dazu einige verstreute Orte. Ueberhaupt ist dabei zu bemerken, 
dass dies Bild nur ein angenähertes ist, da die damaligen, verwickelten Besitz- 
Verhältnisse über Ortschaften, Schlösser, Aemter, Gerichte und Gerechtigkeiten sich 
nicht mit unseren heutigen, politisch klaren und abgerundeten Verhältnissen decken. 
 Als Johann Friedriclfs Söhne 1566 das Land theilten, kam die Gruppe, zu der 
das weimarische Land gehörte (der Hauptsache nach die heutigen Staaten Weimar 
und Altenburg, den östlichen Theil Gotha's und das saalfelder Gebiet umfassend), 
an Johann Wilhelm und ward so von den Schicksalen und Besitz-Schwankungen
        

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