Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirk Weimar
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2456047
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2457966
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Scnwnnsmnm. 
Weimar. 
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kräftigen Dachgesims des Langhauses mit umzogen, hat darunter die gleiche Unter- 
brechung mit einem niedrigen und einem höheren Fenster gleicher Form, wie das 
Langhaus (an der Ostseite statt des unteren Fensters eine Thür); über dem Gesims 
ein hoher Aufbau mit einem Kreisfenster und" darüber einem Flachbogen-Fenster; 
darüber, von vier Ziergiebeln umgeben, Schweifkuppel mit geschlossenem Achteck- 
Aufsatz und Kuppel. 
Taufgestell, Roccoco, um 1740, in geschweifter Vasenform mit Schnörkeln 
(ähnlich, aber nicht so eigenartig, wie der zu Göschitz, siehe Bau- u. Knnstdenkm. 
Thür., Band Schleiz, S. 6), mit ebenfalls geschweiftem Deckel. Holz, weiss mit 
etwas Gold. 
Kanzelbau, Roccoco, um 1735. Erdgeschoss, mit drei Flachbogen-Durch- 
gangen, im Stil dem Bau der alteren Emporen angepasst, aber schon darin die etwas 
spätere Zeit bekundend, dass die drei Flachbogen-Umrahmungen mit ihren Profilen 
thürartig vor den dorischen Pilastern durchgehen und diese fast ganz verdecken. 
Die Pilaster sind etwas oberhalb der Flachbögen durch wagerecht durchgehendes, 
massig verkröpftes Gebalk verbunden, und über demselben erhebt sich der Oberbau. 
Dieser weicht von übrigen Kanzelbauten darin ab, dass rechts und links die volle, 
glatte Wand aufsteigt (unter Schliessung der ehemaligen Triumphbogen-Füllung, wie 
oben bemerkt), nur durch die oberhalb der unteren Seiten-Durchgänge ruhenden, 
in flachem Relief und daher unschön vertretenden Sockel mit Vasen belebt. In der 
Mitte tritt über dem Gebälk die Kanzel, im Grundriss halbkreisförmig (etwas ein- 
und ausgebogen), im Aufriss vom Profil: g vor; darüber der obere, flachbogige 
Kanzel-Eingang, eingefasst von einigen Pilasterstreifen und überragt von dem 
der Kanzel entsprechenden Schalldeckel; darüber eine Urne, die vor einer in der 
Wand befindlichen, in den Einfassungen geschnörkelten Blendnische Vortritt; darüber 
das Strahlen-Dreieck. Was dem aus Holz hergestellten und geweissten Kanzelbau 
besonderen Reiz giebt, sind einige im reizendsten Roccoco (wie bei der Herrschafts- 
Empore) gezeichnete, vergoldete Ornamente, bezw. Schilde, welche über und an den 
verschiedenen Flachbogen-Durchgangen, an den Vasensockeln, besonders unter der 
Kanzel selbst als eine Art Console, sowie an den Kanzeliiachen und zu den Seiten 
des Schalldeckels angeheftet sind. 
Grabstein aussen an der Nordmauer des Thurmes, der Ueberlieferung nach 
der eines Herrn von Helldorif, Erbauers der Kirche, verwittert und ohne Inschrift, aus 
dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Ein Gerüsteter, doch ohne Helm (der zu Füssen 
steht, auf der anderen Seite zu Füssen Reste des Wappenschildes), mit langem Bart, 
von schlanker Figur und eleganter, wenn auch etwas steifer Haltung, steht, die Linke 
an den Schwertgriif legend, mit der Rechten des gesenkten Ober- und erhobenen 
Unter-Armes eine Streitaxt  haltend, in einer Rundbogen-Blende, deren Zwickel 
Engelsköpfe ausfüllen. Sandstein. 
2 Altarleuchter, von: J. H. Tonne und 
dreiflächigen, getrieben verzierten Fuss. Zinn. 
Frau 
1773 
laut 
Inschrift 
auf 
dem 
2 
3 
Blumenvasen, 
Glocken, 1854. 
V01! I 
VOIl 
ganz 
hübscher 
Form. 
Zinn.
        

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