Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirk Weimar
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2456047
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2457874

Bamsla, 8,3 km nördlich von Weimar; 1119 als Rameslaha mit einer Kirche
erwähnt, zu den Orten gehörig, welche damals Graf Wichmann von Apolda (siehe
dort, Bd. Weimar II , S. 308) der erfurter Marienkirche übergab (Stumpf,
Acta M0g.), 1193 Ramesla (ebenda), um 1381 Ramsla, ward 1516 von den Besitzern
Grafen zu Gleichen-Blankenhain an das Kloster zu Ettersburg verkauft, kam somit
bei Aufhebung des Klosters an den Kurfürsten Johann Friedrich 1., ward von diesem
1539 wieder an die Grafen von Gleichen verkauft, von diesen 1600 an den weimari-
sehen Kanzler Gerstenbergk. Es bildete einen Theil der Herrschaft Blankenhain
und kam S0 1815 an Sachsen-Weimar. Kronfeld, Landeskunde II, S. 151, hat Gersten-
berger. Martin, in Thüring. Vereins-Zeitschr. N. F. V, S. 135 (um 1381). Werneburg, in
Erfurter Akad. Jahrb. 1884, S. 11.
Kirche, ehemals Johannis des Täufers. Chor und Langhaus bilden zusammen
ein Rechteck von 19 m Länge und 6 m Breite (verhältnissmässig schmal); westlich
der 2,3 m lange und ebenso breite, im Erdgeschoss mit einem rippenlosen Kreuz-
gewölbe bedeckte Thurm. Anlage gothisch; die Spitzbogen-Thür vom Thurm-Erd-
geschoss zur Kirche zeigt noch die Birnproflle der Hochgothik; die Fenster in der
als Chor dienenden Ostpartie (je eines an der Nord- und Süd-Seite, zwei an der Ost-
Seite) und die an der nördlichen Langseite hereinführende Thür sind spitzbogig, aber
nur abgekantet im Stil der spätesten Gothik; die über dieser Thür befindliche Emporen-
Thür war vielleicht ebenso gebildet, ist jetzt rundbogig; ebenso die unten auf der
Südseite hereinführende Thür. Im Uebrigen Bauthätigkeit von 1697 bis Anfang des
18. Jahrhunderts und von 1885, zum Theil nach Angaben des Architekten Timler zu Jena.
Ausser den genannten noch mehrere rechteckige Fenster und Thüren unten und oben;
Holztonne mit neuerdings restaurirten Malereien des 18. Jahrhunderts (Dreifaltigkeit,
Johannes in der Wüste, jubelnde Engel), eingeschnittenen Fenstern, Emporen (die
südliche nach Osten oben als Herrschaftsempore mit zwei daran gehefteten Wappen-
schildern). Der Thurm nur im Unterbau massiv; dann folgt gleich ein beschiefertes
Fachwerk-Geschoss, Schweifkuppel, Tabernakel und Kuppel. Kronfeld a. a. 0.
Kanzelbau, um 1700 gefertigt, neuerdings restaurirt; hinter dem Altar Unter-
bau als Wand durch die ganze Breite geführt, mit seitlichen Rechteck-Thüren und
mittlerem Rundbogen-Durchgang auf dorischen Pfeilern. Doch kommt nur dieser
Mitteltheil zur Geltung, war ursprünglich jedenfalls auch allein da. Dann nach oben
Erweiterung durch durchbrochen geschnitzte (jetzt ohne Lösung vor den Seitenthüren
vorbeigehende) Consolen. Obergeschoss: in der Mitte die Kanzel, im Grundriss: L),
mit gewundenen Ecksäulen, Weintrauben an den so: Ü umrahmten Flächen und
Granatäpfeln darunter; rechts und links am Gebälk, wie neben der Kanzel Engels-
köpfe; darüber der rundbogige, obere Kanzel-Eingang, eingefasst von Fruchtsträngen.
Dann folgt rechts und links ein korinthisches Säulenpaar, von durchbrochen ge-
schnitzten Brettern eingefasst, welches Gebälk mit dem daran vertretenden Schall-
deckel (daran auch Engelsköpfe) trägt. Auf dem Schalldeckel die Figur Johannis
des Täufers. Auf den Säulenpaaren ruht verkröpftes Gebälk und ein von der auf
hohem Postament stehenden Figur Christi unterbrochener Giebel mit Engelsköpfen
im Giebelfeld und Engeln und derb-kräftigen Fruchtgehängen auf den Giebeln selbst.

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