Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirke Grossrudestedt und Vieselbach
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2452210
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2453662
KEBSPLEBEN. 
Vieselbach. 
des segnenden Christus ausgefüllt. Die Hauptsache bilden aber die auf hohen, doppelt 
übereinander angeordneten Postamenten etwa 41], m hoch ansteigenden, korinthischen 
Stützen, und zwar jedesmal eine Säule vor "Pilastern rechts und links frei vortretend, 
welche, selber von Schnitzbrettern eingefasst, die Kanzel einfassen. Diese, im 
Grundriss: LkJ-l gebildet, mit kräftigem Fuss- und Deck-Gesims, ruht auf reicher 
mit Früchten und Schnörkeln durchbrochen geschnitzter Console und ist an den 
Flächen mit Fruchtsträngen, in der Mitte mit einer Cartouche (darin Spruch und 
Erneuerungs-Jahr) belegt. Der über dem rechteckigen, oberen Eingang im Halbkreis 
vertretende Schalldeckel ist wohl ganz Erzeugniss von 1863. Darüber ist es das 
stark ausladende und alle Gliederungen mitmachende Gebälk, welches hauptsächlich 
den grossen Eindruck des Ganzen hervorruft. Auf den Ecken stehen Engelsknaben mit 
Palmenzweigen, dahinter wiederholt sich, doch etwas eingerückt und auch kleiner in 
allen Verhältnissen der vorher geschilderte Bau und zwar je eine korinthische Säule 
frei vor korinthischen Pilastern, aussen Einfassungs-Bretter, in der Mitte eine Fläche, 
die hier von der zu kleinen Figur eines segnenden Christus mit der Kreuzesfahne 
(Schalldeckel-Bekrönung) ausgefüllt ist. Ueber dem verkröpften Gebälk dieses Theiles 
noch ein gebrochener Schweifgiebel, mit sitzenden Engeln, Welche blasen bezw. ein 
Spruchband halten, in der Mitte ein Sockel mit Bekrönung der Strahlensonne. So 
endet diesen in reiner Spätrenaissance aufgerichteten Bau oben ein Barock-Abschluss. 
Alles in der Kirche, Wände, Decke, Emporen, Taufgestell, Orgel und Kanzelbau, 
ist weiss, mit Hinzufügung einiger heller Marmorirung an Flächen und Säulen und 
mit massig verwendetem, aber solide aufgetragenem und darum schön glänzendem Gold 
an Basen, Capitellen und anderen zierenden Theilen der Gliederungen, Rahmen und 
Füllungen. 
Figuren in der Sacristei, von einem Altarwerk, um 1500, jetzt bei Seite ge- 
stellt und in geschmackloser Anordnung in drei Schrein-Rahmen übereinander, deren 
Hinterwände durch blosse, kreuzweise genagelte Holzgitter ersetzt sind, so gestellt, 
dass an der obersten Reihe (von links an) die Heiligen Bartholomäus, Maria, ein sie 
krönender [doch der rechten Hand beraubter] Christus und Johannes der Täufer, in der 
zweiten Reihe J acobus der Aeltere, Petrus, Matthias und Paulus [der Vorderkopf durch 
neuerlichen Blitzschlag fortgerissen], in der dritten Laurentius, Bonifacius, Martinus, 
Barbara, Katharina, Georg, Nikolaus und Andreas stehen. Die Anordnung war früher 
zweifellos so, dass in einem Mittelschrein die Gruppe der Krönung Maria's zwischen 
Petrus und Paulus angeordnet war und in den Seitenflügeln je sechs der Heiligen. 
Die 80 cm hohen, leidlich (verschieden) erhaltenen Figuren sind zum Theil recht 
hübsch geschnitzt, viele mit schrägen Augen, etwas scharf modellirt, aber indi- 
viduell und einfach-edel, zum Theil mit kleinlichem, zum Theil natürlichem Falten- 
wurf. Interessant besonders die Figur Johannes des Täufers  ascetisch, mit nackt 
herausgestrecktem Bein. 
Figur im westlichen Vorraum, ehemaliger Tauf-Engel, aus dem 17. Jahrhundert, 
stehend, 1 m hoch. Holz, farbig. 
Vortragekreuz, aus dem 18. Jahrhundert, mit schlechtem Körper Christi, 
aber gut gedrehter, grün, gelb, roth gefärbter Stange. 
Glocken. 1) 1783 von Jos. Zechbaur in Erfurt, mit zwei Friesen, grossem, 
schlechtem Medaillen-Relief eines neben einem Fürsten sitzenden Kaisers und deutschen 
Versen. 104 cm Durchmesser.  2) 1887.  3) 1845.
        

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