Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirke Grossrudestedt und Vieselbach
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2452210
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2453167
24 Onmsmusnn. Grossrudestedt. 
 
welche die im Grundriss: k) vortretende Kanzel und den rundbogigen Eingang 
darüber einfassen; Gebälk an den Ecken mit Engelsüguren bekrönt, in der Mitte 
mit der Strahlensonne. 
2 Altarleuchter, aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, rund, mit breitem, 
antikisirend gegliedertem Fuss, einem von mehreren Ringen und Knäufexi unter- 
brochenen Schaft und gut profilirtem Lichtteller. Bronze, 30 cm hoch. 
    
G1 o c k e n. 
Durchmesser.  
selben. 60 cm 
1) 1748 von Gebr. Ulrich in Laucha, mit: Ehre sei Gott etc. 80 cm 
 2) 1800 von denselben. 55 cm Durchmesser.  3) 1748 von den- 
Durchmesser. 
Unterkirch B, einst des heiligen Bonifacius, 1650 abgebrannt und als Sal- 
vatorkirche wiedergebaut. Grundriss-Form: E!  (An der Südseite ausserdem 
östlich vom alten Thurm eine moderne Sacristei.) Der Osttheil des Hauptraumes 
(jetzt Chor) ist 9 m lang und 6,1 m breit, der Westtheil 10,9 m lang und 8,4 m 
breit, der Westthurm 3,5 m lang und 4,7 m breit. Die Kirche stellt sich in ihrer 
jetzigen Gestalt der Hauptsache nach als ein grosser, aber dürftiger Bau aus der 
Zeit kurz vor 1700 dar. Im Chor und Langhaus eine Holztonne; rechteckige, an 
den Langseiten in zwei Reihen übereinander angeordnete Fenster und Thüren, an 
der Westseite oben auch ein grosses Rundbogen-Fenster; an dem ziemlich hohen, 
unten wegen Banfalligkeit durch Streben gestützten Westthurm verschiedene, grosse 
Rechteck-Fenster; Schweifkuppel mit Tabernakel-Aufsatz und Kuppel. Mehrere Reste 
deuten aber auf altere Zeit. An der Nordseite des Thurmes in ziemlicher Höhe ein 
kleines, romanisches Rundbogen-Fenster, an seiner Nord- und Süd-Seite im obersten 
Geschoss sogar gepaarte Rundbogen-Fenster: m einfacher Art. Der Thurmbau 
ist in seiner schlechten Ausführung aber ein Erzeugniss des 17. Jahrhunderts; die 
Fenster müssen also von einer anderen Stelle der Kirche hergenommen sein. Ferner 
sehen wir ein schlankes Rundbogen-Fenster an der nördlichen Langseite zwischen 
den neueren, rechteckigen Fenstern, ein ebensolches an der Ostseite des nördlichen 
Langhans-Vorsprunges, zwei solcher an der östlichen Chorseite. Bei der mehrfachen 
Ueberarbeitung und Misshandlung, sowie dem schlechten Zustand kann ich nicht ent- 
scheiden, ob diese (oder einige derselben?) ursprünglich kleine Rundbogen-Fenster 
des romanischen Stiles waren, welche später nach unten verlängert wurden, oder ob 
es schlank spitzbogige (Lanzett-)Fenster des spatgothischen Stiles waren, welche 
später abgerundet wurden. Das letztere sieht mir wahrscheinlicher aus; es würde 
auf eine Bauthätigkeit des 18. Jahrhunderts deuten. (Eine dritte Möglichkeit giebt 
es nämlich nicht.) Ferner erkennen wir, dass die Spitzbogen-Thür, welche vom 
Langhaus in den südlichen Vorbau führt, spatgothisch ist. Das starkwandige, mit 
einem Tonnengewölbe bedeckte Erdgeschoss dieses Vorbaues (ein modernes Ober- 
geschoss schliesst jetzt den Vorbau in Höhe des Langhaus-Daches ab) lässt deutlich 
erkennen, dass hier der ursprüngliche, mittelalterliche Thurmbau stand. Weitere 
Schlüsse lassen sich bei dem ungemein schlechten Material und Zustand des Gottes- 
hauses nicht machen.  Kronfcld II, S. 87. 
        

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