Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Weimar: Amtsgerichtsbezirke Grossrudestedt und Vieselbach
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2452210
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2453139
21 Grossrudestedt. N 0m. 21 
 
Geschosse, glatt, nur von Fensterschlitzen durchbrochen bis zu dem Gesims (in halber 
Höhe des Langhaus-Daches). Weiterbau bezw. Umbau laut zum Theil schwer les- 
barer Inschrift auf der Tafel an der Nordseite aussen: MICHAEL REINHART PETER 
BLAW KIRCHVÄTER HEINRIG ALPERSTAD RITNORT (Riethnordhausen) SCHO- 
LAE NOED (Nöda) MODERATO (Schulmeister) C.M.B.   (Verbum 
domini etc.).  D.O. M.0.A.  NOBIL  A  MILWITZ WOLFG  P. B  M  ET 
HEINR. FILII FAVSTO PATROCINIO DNI P(F)EIFERI PASTORIS FIDO ?SILIO 
(consilio) INCOLARVQVE PROTOSVBSIDIO HOC TEMPLVM DE NOVO EST 
EXTRVCTVM  ANNO ECCE NOVVM ID TEMPLVM TIBI IESV MITIs AMATOR 
FACTVM TEoP0(?) DnI rnoTEoECP) NGRQVE (ingressumque  ET.AO.lÖÖ1 (Unter den 
Edlen von Miltitz, Wolfgang P. B. M. und des Sohnes Heinrich Patronat, des Herrn 
Pfarrers Pfeifer treuem Rath und der Einwohner Unterstützung ist dieser Tempel 
von Neuem errichtet, im Jahr: Sieh" dieser Tempel ist neu Dir, milder, liebender 
Jesus, hergestellt.   das Folgende ist mir leider nicht gelungen, zu entziffern). Dann: 
DAS GEBAVT HAVS MIT MILDEM MVTH VOM GRVND.AO  1611  SEGNE DER HERR 
ALLZEIT VND STVND P. s  v  BAVHERN 1mm orro HANS KARLS  STEFFAN HVTTER 
HANS WITZLEB 16 1213.14. (Die grösseren Buchstaben geben absolut kein mögliches 
Chronogramm.) Von diesem Bau sind die beiden Thüren in den Mitten der Lang- 
seiten, sowie diejenige in der Mitte der Westseite, rundbogig, einfach, doch trefflich 
mit tiefen Kehlen und Stäben profilirt. Aus späteren Zeiten dann der Innenbau: 
Holzemporen, die tonnenförmige Holzdecke mit eingeschnittenen Fenstern, dann das 
Kreisfenster an der Nordseite rechts, die beiden Rundbogen-Fenster in der Mitte der 
Südseite und an der Westseite des Langhauses; ferner das oberste Thurmgeschoss 
mit gepaarten Rechteck-Iüanstern und dessen Dach, eine sogar recht hübsch ge- 
schwungene, grosse, achteckige Schweifkuppel, welche sehr gut wirken würde, wenn 
der Tabernakel-Aufsatz mit Kuppel darauf etwas geringer (als Laterne) gehalten wäre. 
An der Nordost-Seite des Chores ein einfacher Vorbau für die Herrschafts-Empore, 
aus dem 18. Jahrhundert, mit einem etwas verzierten Kamin aus jener Zeit. 
Orgel, aus dem 18. Jahrhundert, mit etwas Schnitzwerk. 
Taufstein (A) mit: ANNO MCIC (statt MDIC) xr.i. an einer Beckeniläche und 
mit einem Wappen: F.P und dem Steinmetzzeichen: 21' am Bauch des Beckens. Der 
Taufstein zeigt saubere, etwas schwülstig werdende Renaissance. Achteckige Pokal- 
form. Sockel [Untertheil fehlt] durch: ff) übergeführt in den Pfeilerschaft. Das 
Becken erst stark halbkugelig ausladend, mit Beschlag-Mustern bedeckt (in deren 
Mitte abwechselnd Quadern, Buckel, Engelskopf, sowie das Wappen und das Zeichen). 
Der obere Theil des Beckens tritt zurück und ist gerade (wie in Fröttstedt, siehe 
Amtsgerichtsbezirk Tenneberg) und an den Flächen abwechselnd mit Engels- 
köpfen und Facetten in Beschlag-Mustern und mit Bibelsprüchen (Lasset die Kind- 
lein etc. und: Lehret alle Völker etc.) geschmückt, oben durch ein Glied abge- 
schlossen. 
Grabstein an der Südwand des Chores, mit deutlicher Umschrift (s. Abbild. 
auf folg.  Die Frau von Milwitz steht in reicher, ausserst sorgfältig ausgeführter 
Tracht (besonders an dem unter dem Mantel vorkommenden Kleide ausge- 
zeichnete Renaissance-Muster), mit vor der Brust gefalteten Händen in edel vor-
        

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