Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der angewandten Anatomie
Person:
Pfeiffer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2433773
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2435504
und 
Schultergürtel 
Halsansatz. 
Bevor die zweite Gruppe von Muskeln beschrieben werden kann. 
die mittelbar, durch den Oberarm, die Schulter bewegen, müssen erst 
Oberarmknochen und Sehultergelenk betrachtet werden. 
Der Oberarmknochen ist ein langer Knochen, wie ein solcher 
uns jetzt zum erstenmal im Laufe der Betrachtungen begegnet (Fig. I). 
Da die Knochen im Arm des Menschen nicht dazu bestimmt sind, die 
Körperlast zu tragen, wie auf Seite 34 auseinandergesetzt wurde, sind sie 
kleiner und dünner gebaut, auch dünner als die am Bein. An jedem 
langen Knochen werden ein Schaft und zwei Endstücke unterschieden; 
letztere tragen Gelenkflächen. Das eine Ende, das hoch gelegene am 
stehenden Menschen, wird als Kopf unterschieden (ffig. I). Am Schaft 
setzen sich die ihn bewegenden Muskeln an. 
Der Kopf des Oberarmes (Fig. I4, Nr. 9) ist verdickt und trägt 
eine halbkugelige Gelenktläehe, die mit Knorpel überkleidct ist und an 
das Schultergelenk sich anlegt. Diese Gelenkfläche ist nach aufsen, bei 
Tieren aber mehr nach vorn gerichtet. Das untere Ende ist verbreitert 
tFig. I) und trägt zwei Gelenkflächen für die beiden Vorderarmknochen. 
welche beim Ellbogengelenk (Fig: 86) noch näher beschrieben werden. 
An diesen ist nach aufsen je ein Höcker vorhanden, woran sich die 
Vorderarmmuskeln ansetzen und von denen der innere besonders der 
Betrachtung leicht zugänglich ist (Fig. 21, innerer Knorren). 
Das obere Ende des Oberarmknochens, der Kopf, ist gewöhnlich 
nicht zu fühlen, sondern nur, wenn in der Tiefe der Achselhöhle der 
Finger fest eingedrückt wird." Nach aufsen ist er von einer sehr dicken 
Muskellage bedeckt, von der Schulterrundung (Fig.,9, I3, 15). 
Das Schultergelenk (Fig. 48 a u. b) ist durch die Ausgiebigkeit 
der daselbst möglichen Bewegungen ausgezeichnet. Die obere Schulter- 
blatteeke ist mit einer flachen Gelenkfläehe ausgestattet, die sehr klein 
ist im Verhältnis zu der halbkugeligen Fläche am Oberarmkopf (Fig. 48 b). 
Auch die Bänder, welche diesen Kopf am Schultergelenk befestigen, 
Sind keine straffen (Fig. 48 a). Eine besondere Schutzeinrichtung findet 
Sich oberhalb des Gelenkes, wo der Schulterteil der Gräte und der 
Rabensehnabelfortsatz eine Art von Dach bilden  52). 
Jetzt, nach Beschreibung der Knochen am Sehultergelenk, kann die 
Beschreibung der zweiten Gruppe von Sehultermuskeln folgen, die 
nicht sofort vom Rumpf aus an das Schulterblatt sich ansetzen, sondern 
das Schultergelenk überspringen und mit dem Oberarmbein in unmittel- 
barer Verbindung stehen- Aus der Reihe dieser Muskeln sind nur zwei 
näher zu betrachten, die in die Oberfläche hineintreten. Das sind der 
breite Rückenmuskel und der grofse Brustmuskel. 
Der breite Rückenmuskel (Fig. 52) hat unten einen sehr breiten 
Ansatz, von dem hinteren Ende des Darmbeins H22, den Dornfortsätzen 
aller Lendenwirbel und Kreuzbeinwirbel, bis hinauf zum sechsten Brust- 
wirbeldornfortsatz Ow. Hier ist der Ursprung zunächst nur sehniger 
Art; beide Muskeln der rechten und linken Körperhälfte zusammen 
stellen einen unregelmässig viereckigen Sehnenfleck in der Kreuzgegend
        

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