Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst-Kritiker und Reformer
Person:
Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2415918
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2418585
Würde der Arbeit denselben Ursprung nach. Nur 
das ist menschenwürdige Arbeit, die mit Freude 
geschieht. Nur die innere Neigung und Nötigung 
macht sie zum Ausdruck persönlichen Wesens. Aber 
wie sah es damit in der Gegenwart aus? 
An Stelle feinfühliger Kunsthandwerker, aus denen 
die großen Künstler des Mittelalters und der Früh- 
renaissance fast alle hervorgegangen  Francia, 
Ghirlandajo, Verrocchio waren Goldschmiede ge- 
wesen  sah er die dumpfe Masse eines ver- 
rohten Proletariats, dem von den industriellen 
Unternehmern schlechte, mechanische Arbeit auf- 
gezwungen wurde, nach der das Angebot gerade 
rege war, weil auch das Publikum kein Verständnis 
mehr für den Wert künstlerischer Arbeit besaß. 
Die vollendete Ausführung der Ornamentik, die in 
der Renaissance verlangt wurde, -konnte nicht mehr 
vom gewöhnlichen Steinmetzen geleistet werden 
wenn er sich seiner Fantasie überließ. Die Aus- 
führung war daher teils zu mechanischer Fertigkeit an 
denselben einmal vorgeschriebenen Formen herab- 
gesunken, oder wurde von den Künstlern selbst 
ausgeführt. Dadurch hatte die Kunst immer mehr 
den Nährboden des Volkstums verloren, aus dem 
sie im Mittelalter erwachsen, und war höfisch und 
elegant geworden. Eine Entwicklung, die unter 
Ludwig XIV. ihren Höhepunkt erreichte. Immer 
weniger wurde sie vom Volk verstanden, das an 
der Ausübung nicht mehr beteiligt war. Immer 
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