Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Steine von Venedig
Person:
Ruskin, John Jahn, Hedwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2410783
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2411922
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und die anwesenden Kardinäle hätten ihn als "Hund" ge- 
schmäht. 
S 60. Es gibt zwei hauptsächliche Folgerungen, die 
hieraus gezogen werden können; zunächst die in die Augen 
springende von der Anmaßung der päpstlichen Herrschaft 
im dreizehnten Jahrhundert, und zweitens, dass wahrschein- 
lich tiefste Frömmigkeit und Demut in dem Charakter des 
Mannes lag, der sich zum Wohle seines Landes einer 
solchen Ungebührlichkeit unterwarf. Wahrscheinlich wäre 
kein Beweggrund stark genug gewesen, um von den meisten 
noch so selbstlosen Menschen ein solches Opfer zu er- 
langen; aber es wurde Dandolo unzweifelhaft leichter ge- 
macht durch seine tiefe Verehrung für das päpstliche Amt; 
eine Verehrung, die ganz abgesehen davon, wie hoch wir 
jetzt diejenigen schätzen mögen, die es bekleideten, doch 
zu jener Zeit von fast allen guten und treuen Männern 
empfunden werden musste. Dies ist der Hauptpunkt, auf 
den ich den Leser bei Besichtigung seines Grabmals auf- 
merksam machen möchte, und das Resultat davon war,  
dass wenige Jahre später, als er auf dem Throne saß, den 
seine Frömmigkeit gerettet hatte, „zu gleicher Zeit sechzig 
Gesandte von Fürsten in Venedig waren, die alle das Urteil 
des Senats in verschiedenen Angelegenheiten erbaten, so 
groß war der Ruf von der lauteren Gerechtigkeit 
der Senatoren"."' 
Man beachte, dass sich keine Tugenden an diesem Grab- 
mal befinden. Nichts als religiöse Geschichten oder Symbole; 
der Tod der Jungfrau an der Vorderseite, St. Markus und 
St. Johannes an den äußersten Enden. 
S 61. Vom Grabmal des Dogen Andrea Dandolo in San 
Marco habe ich schon vorher gesprochen. Es ist eines 
der ersten in Venedig, das bei dem Thronhimmel die 
Pisaner Idee darstellt, Engel anzubringen, die die Vorhänge 
wie von einem Ruhelager zurückziehen, um auf den Toten 
herabzublicken. Der Sarkophag ist reich mit Blumenwerk 
geschmückt; die gewöhnlichen Figuren der Verkündigung 
befinden sich an den Seiten; eine thronende Madonna in 
t Tentorifvl, 142; I, 157.
        

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