Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Steine von Venedig
Person:
Ruskin, John Jahn, Hedwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2399635
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2402421
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schon, wie wir sie durchbrechen können. (Kap. XII, S 7.) 
Wir durchbrechen sie mit Kreisen und erhalten, wenn die 
Kreise klein und das Steinwerk fest ist, die Maßwerke der 
Giottoschen und Pisanischen Schule; wenn die Kreise so 
groß wie möglich und die Stäbe schlank sind, dann er- 
halten wir die, welche ich schon als die einzig vollkommenen 
Maßwerke der nordischen Gotiki" abgebildet und beschrieben 
habe. Die Mannigfaltigkeiten ihres Entwurfs entstehen 
teils durch die verschiedene Größe der Fenster und die 
entsprechende Zahl der Stäbe, teils durch die verschiedene 
Höhe ihrer Spitzbogen, wie auch durch die mannigfaltigen 
Stellungen der Fensterverdachung in Beziehung zu dem 
Dach, wodurch bald die eine bald die andere Anordnung 
günstiger für die Verteilung des Lichtes wirkt; und teils 
aus ästhetischen und Gefühlsrücksichten, denen in gewissen 
Grenzen ein recht bedeutender Einfluss zugestanden werden 
muss; denn die Festigkeit der Stäbe ist gewöhnlich so viel 
größer als absolut notwendig ist, dass ein Teil davon gern 
der Erreichung von Abwechselung in der Zeichnung des Maß- 
werks geopfert werden kann  eine Abwechselung, die selbst 
in den strengsten Grenzen vollkommen endlos ist, ganz be- 
sonders bei dem Spitzbogen, da dasVerhältnis des Maßwerks 
bei dem runden Bogen notwendigerweise fester bestimmt ist. 
S 10. Das runde Fenster bildet eine Ausnahme von dem 
allgemeinen Gesetz, dass die Stäbe während des größten 
Teils ihrer Länge vertikal sein müssen; denn wenn sie so 
wären, könnten sie weder oben noch unten einen sichern 
lotrechten Halt finden, da ihr Druck auf die Kurve der 
Voussoirs nur in der Mitte des Fensters ein lotrechter 
ist; man bringt daher einen kleinen Kreis wie die Achse 
eines Rades im Mittelpunkt des Fensters an, der groß genug 
ist, um der erforderlichen Zahl von ausstrahlenden Stäben 
Halt zu geben; und die Stäbe werden wie Speichen ange- 
ordnet, alle natürlich, wie es sich gehört, mit Kapitälen ver- 
sehen und mit Bogenbekrönung. Dies ist die beste Form 
des Maßwerkes für runde Fenster, die ganz natürlich Rad- 
fenster genannt werden, wenn sie so ausgefüllt sind.  
' „Sieben Leuchter", ll. S 21.
        

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