Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Farbenlehre
Person:
Ostwald, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2365161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2366176
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WILHELM 
ÜSTWALD, 
Das Bestreichen der Blätter geschieht, indem man das Papier auf 
einen Bausch Filtrierpapier legt, der stark befeuchtet, aber nicht 
mehr naß ist. Hierdurch wird bewirkt, daß zu derselben Zeit, 
wo die Feuchtigkeit von oben aus der Tünche in das Papier 
dringt, auch die untere Seite feucht wird. Dieser kleine Kunst- 
griff bewirkt, daß das Blatt beirn Aufstreichen der Tünche eben 
bleibt; man kann so das Ausgleichen des Auftrages in aller Be- 
quemlichkeit durchführen. Das nasse Blatt wird an einer Ecke 
freihangend angenadelt und nach dem völligen 'l'rocknen unter 
Druck in einer Mappe aufbewahrt. Auf solche Weise erzielt man 
ohne die geringste Schwierigkeit vollständig ebene Blätter, was 
eine wesentliche Voraussetzung für die Genauigkeit der Remis- 
sionsbestiminung ist. 
63. Die Grauleiter als Photometer. Die wichtigste Ver- 
wendung einer so hergestellten Grauskala ist die als handliches 
Photometer zur Messung der Helligkeit anderer Aufstriche sowohl 
von grauer Wie jeder anderen Farbe. Zu diesem Zweck habe ich 
folgende Einrichtung am geeignetsten gefunden. Man zeichnet auf 
die Rückseite der gestrichenen Blättter ein Netz, welches Streifen 
von 8 mm Breite und 30 mm Länge abgrenzt, und schneidet die 
Blätter mit einer scharfen Schere nach diesen Linien. Es ist 
wichtig, daß die Klinge der Schere fehlerlos ist und nirgendwo 
das Papier ausreißt, da die Leichtigkeit und Genauigkeit der Ab- 
lesung von der Schärfe der Ränder in der Skala abhängt. Es 
werden dann Rahmen aus schwarzem Karton hergestellt, die einen 
inneren Ausschnitt von 20: 304 mm haben, und die 25 Streifen 
der Skala werden mit 4 mm Abstand so am Rahmen festgeklebt, 
daß sie eine regelmäßige Leiter bilden. Man klebt die einzelnen 
Farbstreifen mit der farbigen Seite nach unten an beiden Enden an, 
wobei man den Rahmen umgekehrt auf einem Papier festnadelt, auf 
welchem die Abstände von 12 zu I2 mm verzeichnet sind, und 
gibt vorsichtig acht, daß nichts vom Klebemittel auf den freien 
Teil des Aufstriches gelangt, da es diesen viel dunkler macht. 
Die fertige Leiter wird unter Druck getrocknet. Zuletzt schreibt 
man noch zu den einzelnen Farbstreifen auf den Rahmen ihre 
Bezeichnungen von A bis Z und hat nun ein allgemeines Hellig- 
keitsmaß zur Hand. 
Um die Helligkeit eines vorgelegten Gegenstandes, beispiels- 
weise eines farbigen Blattes Papiers zu bestimmen, legt man
        

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