Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Velasquez
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2283584
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2284479
VELASQUEZ 
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worden, trägt ihre Kleiderlast wie ein künst- 
liches Schneckenhaus mit sich. 
Andere Künstler, die vor so ungeheuerliche 
Dinge gestellt waren, nahmen sich wenigstens 
die Freiheit des corriger la nature. Rembrandt, 
um schwarze Kleider und steife holländische 
Krausen zu vermeiden, entwarf seinen Damen 
aparte Phantasiekostiime, malte das Licht, das 
in weichem Glanz auf malerischen Hüten und 
sammetnen Mänteln spielt. Van Dyck, sofern 
er die Toilette nicht veränderte, gab seinen 
Gräfinnen doch Posen, die den Reiz eines schönen 
Nackens und die Linien des Körpers möglichst 
vorteilhaft zur Geltung brachten. Auch ein an- 
mutiges Lächeln, ein freundlicher Blick lässt ja 
manche Geschmacklosigkeit der Tracht vergessen. 
Doch Velasquez lebte in Spanien. „Non est 
imaginum structura pictorum inventio sed ec- 
clesiae catholicae probata legislatio et traditio". 
Dieser Beschluss des Konzils von Nicäa gab den 
Erzeugnissen der byzantinischen Kunst einst ihr 
uniformes Gepräge. Das Malerbuch vom Berge 
Athos bestimmte ganz genau jeden Typus, jede 
Gewandfalte, jede Geste. Und ähnlich starre 
Sätlllngen, nicht von der Kirche, aber vom Hof- 
ceremoniell diktiert, waren für die spanischen 
Porträtmaler massgebend. Betrachtet man die 
Bildnisse den Antonis Mor, des Coello und Pan- 
toja, so sieht man überall die nämlichen Stellungen. 
Fürsten stehen da, die eine Hand am Degen, in
        

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