Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
J. F. Millet
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2290108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2290694
 
JEAN FRANQOIS MLLLET 29 
 
ein Bauer War, obwohl er das Vieh gehütet 
hatte und auf dem Acker gearbeitet, hat doch 
nie vom ernsten Beruf des Bauern, nur von 
Freud und Leid auf der Alm erzählt. Das ist 
es, was Millets oeuvre so neu macht, was es an 
die Spitze eines neuen kunstgeschichtlichen Ab- 
schnittes stellt: dass er als erster das Thema 
aufnahm, das vorher alle vermieden. jahr- 
hundertelang hatten die Maler nur die drolligen 
und rührenden Episoden des Landlebens ge- 
schildert. Da trat Millet auf und malte das Volk 
auf dem Felde, ohne humoristische Pointen, doch 
auch ohne Pathetik. „Der Mensch geht zur Ar- 
beit bis zum Abend", das ist der Inhalt seines 
ganzen Epos. Und indem er als erster den 
Bauern bei seiner Arbeit suchte, gab er ihm 
das Recht der eigenen Existenz. Vorher eine 
Operetteniigur, zu nichts anderem auf der Welt 
als Städter zu belustigen oder mitleidig zu 
stimmen, hat er nun sich aufgerichtet und steht 
wie ein König in seinem Reich. Aus einem 
Schemen ward er ein Wesen von Fleisch und 
Blut, ein Wesen von urtiimlicher, heroischer 
Grösse. 
Das ganze Bauernleben, soweit es die Arbeit 
betrifft, ist in Millets Werken umschrieben. Schon 
18 50 malte er den Sämann. Abenddämmerung. 
Im Hintergrund auf dem Felde von Chailly 
piiiigt noch ein Bauer mit einem Pferdegespann 
den Acker. Vorn reiht sich Scholle an Scholle,
        

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