Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aubrey Beardsley
Person:
Klein, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2298706
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2299528
AUBREY BEARDSLEY 49 
über. Wenn der lnhalt seiner Kunst auch noch un- 
gefähr der gleiche war. Zwar war er nicht mehr 
die Idee der Sünde. Sie schien aufgezehrt. Es 
war das Geschlecht, das nun gesund, von Blatt 
zu Blatt gesundet. Und nicht mehr abstrakt, 
nicht mehr als Symbol, vielmehr vom Leben 
durchdrungen. Und wie dieser Inhalt, so auch die 
Form. Die Technik. Und ein neuer Typus tritt 
auf. Erst leise und zagend in den Maupin-Blät- 
tern. Dann deutlich und voll in „The lady with 
the Rose". Halb Orient, halb 1860. Das grosse 
volle Auge fällt auf, die nicht mehr in Sünde, 
die in reifer Lust geschwollenen Lippen, der 
nicht mehr kranke, der gesund verlangende üppige 
Körper. Wenn auch das Verlangen noch mehr 
wie alltäglich ist. Daher das Orientalische. In 
„The lady with the monkey" steht der Typus voll 
und reif da. Was soll der Affe? noch immer 
der Mann? ist es die orientalische Auffassung 
des regierenden Weibes. Das Weib ist üppig, 
doch ohne Sünde. Die Lüste seines Körpers 
scheinen nicht mehr Selbstzweck, sondern Mittel. 
Seine Brüste milchen wieder. Sind nicht mehr 
ein Gegenstand steriler Lust. Ein Symbol segen- 
bringender Fruchtbarkeit ist dies Weib, eine
        

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