Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jean François Millet
Person:
Cartwright, Julia Schröder, Clara
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2263036
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2265939
Barbizon. 263 
und sagen Sie es immer wieder! Vielleicht bringt 
es diesen oder jenen zum Nachdenken! Wenn 
mehr Menschen Ihren Glauben teilten, so gäbe es 
nicht so viel leeres Malen und Schreiben. Man 
nennt es zwar Klugheit, und die, welche sie an- 
wenden, werden laut gepriesen. Aber wäre es 
wahre Klugheit, sollte sie nicht zur Vollführung 
guter Werke dienen und sich dann bescheiden 
hinter dem Werke verstecken? Soll die Klugheit 
für eigene Rechnung ihr Geschäft führen? Ich habe 
irgendwo gelesen: wWehe dem Künstler, welcher 
mehr Talent zeigt als seine Arbeite Es wäre 
lächerlich, wenn die Hand grösser wäre, "als das 
Gehirn. Ich weiss den Wortlaut nicht mehr genau, 
mit welchem Poussin in einem seiner Briefe sich 
über das Zittern seiner Hand äussert, zu einer Zeit, 
als sein Kopf auf der Höhe seiner Leistungen stand, 
aber der Inhalt seiner Bemerkung war dieser: wWenn 
die Hand auch schwach ist, so muss sie doch die 
Handlangerin des anderen seinß  Wenn mehr 
Menschen Ihren Glauben teilten, so würden sie 
nicht dem schlechten Geschmack so viel schmeicheln 
und den bösen Leidenschaften, nur zum eigenen 
Nutzen, ohne einen Gedanken an das Rechte. Wie 
Montaigne so gut sagt: wAnstatt die Kunst natür- 
lich zu machen, verkünsteln sie die Natum 
Es würde mich sehr freuen, wenn ich Gelegen- 
heit hätte, mit Ihnen über diese Dinge zu sprechen, 
da das aber jetzt nicht wahrscheinlich ist, will ich, 
auf die Gefahr hin, Sie zu ermüden, mich über 
einiges erklären, was mir Glaubenssache ist und 
was ich in meinen Werken klar aussprechen möchte. 
Die Gegenstände eines Bildes sollten niemals den 
Eindruck machen, als hätte ein Zufall sie zusammen-
        

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