Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Praktische Anleitung für den Unterricht im Körperzeichnen an allgemein bildenden Lehranstalten
Person:
Böhaimb, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2239868
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2240527
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Grenzt bei einem beleuchteten Körper eine dunkle 
Fläche unmittelbar an eine hellere, so erscheint die Hellig- 
keit der letzteren ebenso zuzunehmen, wie die Dunkelheit 
der ersteren. Diese Erscheinung beruht auf der Gegen- 
satzwirkung oder dem Kontrast. 
Ist der Hintergrund eines Körpers eine gleichmässige 
Flache, so tritt uns auch hier diese Erscheinung deutlich 
entgegen. Bei der Darstellung ist daher der Hintergrund 
auf der linken Seite wo er mit den Lichtflächen zusammen- 
stösst, stets dunkler zu halten als rechts, wo er an die 
Schatten grenzt. 
Was die technische Art der Darstellung der Schatten 
beim Körperzeichnen anbetrifft, so wird die zu schattierende 
Flache am besten mit gleichmassigen Strichlagen überzogen, 
die dazwischen liegenden hellen Punkte ausgeglichen 
und der Ton mit trockenem Finger angewischt. Die 
dunklen Flecke sind mit Brot abzutupfen und der Schatten- 
ton wiederholt mit gleichmassiger Strichlage zu überarbeiten, 
bis ein reiner Ton erzielt ist, Wobei Reilex- und Kontrast- 
wirkungen besonders zu berücksichtigen sind. Die Schüler 
sind davor zu warnen, gleich mit zu dunklen Tönen zu 
beginnen. Es darf das Darstellungsmittel des tiefsten 
Schattens nicht zu früh ausgegeben werden. 
Die Konturen einer Schattendäche sollen niemals als 
Linien sichtbar sein, sondern mit dem Tone vermittelt 
werden. 
Als Darstellungsmittel eignet sich auf der ersten Stufe 
des Körperzeichnens am besten das einfachste Zeichen- 
material, das auch im praktischen Leben fast ausschliesslich 
zur Hand ist, ein mittelweicher Bleistift. Als 
Zeichenpapier ist weisses französisches Handpapier in Blöcken 
zu empfehlen. Die Anlage reiner Töne ist darauf in ver- 
haltnismässig kurzer Zeit zu erreichen. 
Im Schulzeichnen muss die Technik einfach und leicht 
sein und möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen. Es
        

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