Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Praktische Anleitung für den Unterricht im Körperzeichnen an allgemein bildenden Lehranstalten
Person:
Böhaimb, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2239868
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2240505
Beleuchtungserscheinungen und Schatten-- 
angaben an Körpermodellen. 
Eine richtige perspektivische Darstellung eines Körpers 
in Konturen wird in den meisten Fallen geeignet sein, ein 
richtiges Bild des Gegenstandes in unserem Auge entstehen 
zu lassen. Allein einen körperlichen plastischen Eindruck 
wird eine Zeichnung erst dann in vollem Masse machen, 
wenn auch die Licht- und Schattenwirkungen in korrekter 
Weise wiedergegeben sind. Die Schüler müssen daher beim 
Körperzeichneri auch geübt werden, Licht- und Schattentöne 
richtig zu beobachten und darzustellen. Hierbei wird aber 
nicht etwa eine weitgehende künstlerische oder effektvolle 
Darstellung in Betracht kommen, sondern nur die Fertigkeit, 
körperliche Gegenstände in ihrer zeichnerischen Wiedergabe 
noch klarer zu gestalten, als es durch Konturen allein 
möglich ist. 
Es soll deshalb mit den Übungen im Schattieren 
schon sehr bald, das ist gleich bei der ersten Aufgabe nach 
dem Körpcrinodelle, nachdem die Übungen nach dem Draht- 
modelle beendet sind, begonnen werden. Dabei kann von 
einer wissenschaftlichen Schattenkonstruktion nicht die Rede 
sein, vielmehr hat das Schattieren nur nach freier Auffassung, 
nach dem Eindrücke zu geschehen. Das Verständnis für 
die Beleuchtungserscheinungen wird sich erst nach und 
nach auf Grund der vom Schüler am Modelle selbst ge- 
machten Beobachtungen entwickeln lassen.
        

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