Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Praktische Anleitung für den Unterricht im Körperzeichnen an allgemein bildenden Lehranstalten
Person:
Böhaimb, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2239868
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2240325
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Ein Teil der Schüler wird das Modell von vorne, der 
andere von links oder rechts sehen, also jeder ein anderes 
Bild des Modelles erhalten. 
Die Schüler prüfen nun durch Visieren die Längen 
und Richtungen der Geraden. 
Nach genauer Beobachtung werden sie vor zillem ge- 
wahr, dass die Seiten des rückwärts liegenden Quadrates 
kleiner erscheinen als die vorderen, obwohl in Wirklichkeit 
die beiden Quadrate gleich gross sind. 
Diese Beobachtung, dass Gegenstände, welche weiter 
entfernt sind, kleiner erscheinen, als solche von derselben 
Grösse, welche sich naher an dem Beschauer belinden, hat 
wohl jeder Schüler schon in der Natur gemacht. 
Die Telegraphenstangen, welche einer geraden Strasse 
entlang stehen, oder die Baume einer geraden Allee scheinen 
nach der Ferne zu immer kleiner zu werden, obwohl sie 
gleich hoch sind.  
Daraus ergibt sich das erste und Wichtigste perspek- 
tivische Grundgesetz, auf das sich alle scheinbaren Formen- 
Veranderungen zurückführen lassen, nämlich, dass alle 
Gegenstände um so kleiner erscheinen, je 
weiter sie vom Auge des Be-schauers ent- 
fernt sind. 
Es wird sich empfehlen, dieses wie alle späteren aus 
der Anschauung abgeleiteten Gesetze an dem Demonstra- 
tionsapparzit DäIClIZIIWGlSGII und recht klar und deutlich zu 
veranschaulichen. 
Bei der zeichnerischen Darstellung des aufgestellten 
Modelles behalte jeder Schüler seinen Standpunkt bei, ohne 
sich nach links oder rechts zu bewegen. Es kann sich 
jeder davon überzeugen, dass er das Modell bei jeder Be- 
wegung des Kopfes nach links oder rechts v era n d ert sieht. 
Sollte ein Schüler von seinem Platze aus zwei Linien 
am Modelle, welche hintereinander liegen so sehen, dass 
sie sich decken, oder das Modell zu sehr von der Seite
        

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