Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Prangs Lehrgang für die künstlerische Erziehung
Person:
Clark, John S. Hicks, Mary D. Perry, Walter S. Bürckner, Richard Verein Deutscher Zeichenlehrer
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2232276
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2234662
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Bild gibt. Sie betrachten die Halme und suchen den größten derselben, um 
festzustellen, in welcher Richtung er sich neigt, ob er durch einen andern gehalten 
wird. Mit halb geschlossenen Augen werden die Modelle angesehen. Die Kinder 
müssen versuchen, das Bild derselben beim Zeichnen immer im Kopfe" zu be- 
halten. Die Gräser möchten auf dem Papier leicht und biegsam aussehen, als 
könnten sie nicken und im Winde schwanken, gerade so wie es die wirklichen 
Gräser tun. Zunächst wird eine Zeichnung rasch auf einem Uebungsblatte ent- 
worfen, um die Neigung der Halme und ihre Anordnung durch ein paar Linien 
festzuhalten. Hierauf wird die Zeichnung mit dem Büschel verglichen. Der 
Wuchs ist besonders genau zu beachten. An einem Weizenhalm oder einem 
andern Getreide ist sorgfältig zu beobachten, wie der Halm aus dem Blatt her- 
vorzuwachsen scheint, wie der Blattgrund den Halm umschließt. In der Zeich- 
nung muß dies deutlich sichtbar sein. Nachdem nochmals auf dem Uebungsblatt 
gearbeitet worden ist, wobei die Größe der Zeichnung schon dem Raum auf 
der guten Zeichenfläche angepaßt sein muß, wird diese benutzt. Die eigentliche 
Zeichnung ist so auszuführen, daß man ihr ansieht, sie ist nach natürlichen Gräsern 
und Aehren entworfen. 
Ein geschickter Lehrer wird nicht verfehlen, die Vorteile des Zeichnens 
auch für andre Fächer fruchtbar zu machen. So könnten z. B. die Zeichnungen 
dieser Stunde der Ausklang einer Naturgeschichtsstunde sein. Einer Deutsch- 
Stunde liegt vielleicht ein zu vorstehender Uebung passendes Gedicht zugrunde, 
das von den Kindern durch Zeichnungen nach der Natur illustriert wird. So 
werden beide Lehrgegenstände reizvoll verknüpft. Die Arbeit muß dabei eine 
ganz freie sein. Manche Zeichnungen können vom technischen Standpunkte aus 
recht unfertig erscheinen und doch viel Kunstgefühl verraten. 
Zweig mit Früchten. 
Einzelne Frucht. 
Verschiedene Gegenden bieten verschiedene Gelegenheit zur Betrachtung von 
Früchten. Unter des Südens sonnigem Himmel fällt die Wahl auf die Apfelsine. 
Aber auch Früchte der weniger heißen Zonen, die leicht erreichbar sind, eignen 
Sich für die vorliegende Uebung.  
Bei einem Wirte wundermild,  
Da war ich jüngst zu Gaste. 
Ein goldner Apfel war sein Schild 
An einem langen Aste. 
So besingt der Dichter den freigebigen Freund der Menschen, den guten 
Apfelbaum, bei dem er eingekehrt ist. 
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