Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bau und Schmuck der Kapelle unter Sixtus IV.
Person:
Steinmann, Ernst Giovenale, Giovanni Battista Anderson, Domenico
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2142478
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2146941
      "er-e"       
und Luca Signorelli ver- 3      
folgt worden sind. Denn       
wo der eine nur die Anmut     ' i 
der Erscheinung und eine        
freundliche Gelassenheit   g  1 
im Ausdruck darzustellen     Ä  
sucht, da gilt dem anderen     , j  
der Charakter über alles.   ;  Ab 
U m so verwunderlicher i   
Apostelgestalten gleich hin-    "  '  5;, 
ter Christus, die so sehr      
von den Idealbildern Peru-          
ginos abstechen und so {T      e-ä"  
deutlich Signorellis Eigen-      
art zur Schau tragen, erst      Ä w  
ganz neuerdings für Sig-  p,      
norelli in Anspruch ge-       
nommen worden sind    ;   7 
[Abb. 163]. Eine seltsame     
Thatsache, denn deutlicher A"   ä 
hätte sich der Meister von  
Cortona überhaupt nicht  
  Abb. 164 KOPF DES MOSES IM FRESKO SIGNORELLIS 
ausdrucken konnen. ja, 
selbst die in der Schlüssel- 
übergabe benutzten Modelle kehren im Testament des Moses noch einmal wieder. 
Der Alte rechts mit dem spärlichen Schnurrbart und dem rundgeschnittenen 
Vollbart begegnet uns wieder mit veränderter Kopfhaltung links von der stehen- 
den Frau, die das Kind auf dem Rücken hat, und der prächtige Andreaskopf 
wurde sogar für die Darstellung des Moses noch einmal benutzt. Man ver- 
gleiche nur den Kopf des Moses, welcher dem josua den Hirtenstab überreicht, 
und man findet dort dieselbe hohe Stirn mit den zwei tiefen Falten, denselben 
langen, welligen Bart, den grossen Mund und die etwas plumpe Nase [Abb. 164]. 
Solche Greise mit der fahlen, grauen Gesichtsfarbe, mit all den Runzeln auf 
Stirn und Wangen, mit den struppigen, weissen Bärten um die energischen, 
festgeschlossenen Lippen hätte Perugino allerdings niemals schaffen können, der 
schon im Petrus die individuellste Charakterschilderung gegeben hat, deren er 
überhaupt fähig war. 
Deutlich genug, wennauch weniger unmittelbar als in den beiden Aposteln, 
giebt sich dann Signorellis Hand auch in den Porträtgestalten der Schlüssel- 
übergabe zu erkennen. Geht doch in allen Bildnissen überhaupt die Individualität 
Porträtgestalten 
Signorellis in der 
Schlüsselüber- 
gahe 
I) Vgl. E. Steinmann, Rom in der Renaissance, Leipzig 1899, p. 79 
von Georg Gronau in der Deutschen Litteraturzeitung 1900, p. 762. 
und 
dazu 
die 
Besprechung 
Die Sixtinische
        

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