Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Künstler Italiens bis um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Dohme, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2115044
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2119568
DOMENICO 
GHIRLANDAJO. 
was der Vorftellung, die wir uns von dem gediegenen, raftlos vorwärtsftreben- 
den Künitler machen, wohlentfprechen könnte. 
Das Parifer Gemälde von I49I ifi das letzte, welches wir dem Meifter nach- 
weifen können; zwar wiffen wir, dafs auch er in demfelben Jahre fich an der 
Concurrenz für die Domfassade betheiligte; aber ausgeführte Werke aus diefer 
und fpäterer Zeit Iind von ihm nichtgbekannt. Dafs er in feinen letzten Lebens- 
jahren in Siena gearbeitet, wie Vafari berichtet, wird neuerdings ftark bezweifelt. 
Dafs er aber gekränkelt, fcheint fchon daraus hervorzugehen, dafs feine Freunde, 
die Tornabuoni, ihm einmal ein Ehrengefchenk von 100 Dukaten zugewandt. Die 
Angabe feines Todesjahrcs fchwankte zwifchen I493 und 1498. Jetzt weifs _man 
dafs Domenico Ghirlandajo am II. Januar 1494 an der Peft geftorben, und dafs 
er wegen diefer Krankheit heimlich um Mitternacht, in der Kirche S. Maria 
novella, die feine berühmteften Schöpfungen birgt, beigefetzt wurde(11). 
Was er geleiftet, erfcheint viel, wenn wir bedenken, dafs er kaum 45 Jahre 
alt geworden; aber unfere Bewunderung von dem Meifter fteigt, wenn wir uns 
erinnern, dafs er alle jene grofsen Werke von denen wir wiffen, binnen elf Jahren 
feines Lebens vollendet. Wer feine Werke kennt, wird Vafari beiftimmen, der 
feine Lebensbefchreibung dieses Künstlers-mit den Worten fchliefst: nWegen 
diefes Reichthums und diefes Andenkens in der Kunft, verdient er Dank und 
Ehre, verdient er mit mehr als gewöhnlichem Lobe nach dem Tode gefeiert 
zu werdenlu  
und 
Anmerkungen 
Nachbildungen. 
I) Nachbildung in Aquarell im Mufeum Ramboux der Düffeklorfer Akademie N0. 154. 
2) Nachbildung in Aquarell im Mufeum Ramboux, N0. 155. Abbildung bei Rolini, Storia etc. 
tav. CCXXII.   
3) Das Mittelüück im Mufeum Ramboux N0. 153. Abbildungen z. B. im Vaticnno descritto etc. 
da Erasmo Pillolesi, tav. CXLII; bei Cr. u. C., engL, II, p. 467. 
4) Die ganze Reihe ill in dem grofsen Sammelwerke von Laünio, Tafel, IX ff, geftochen. 
5) Chromolithographie: Arundel Society 1860. 
6) Die Fresken des Chors der Kirche Sta. Maria novella zu Florenz lind ebenfalls in dem ge- 
nannten Werke von Lafmio, Taf. XVIII E. gellochen. 
7) Abbildung bei Ernfl Förfler, Denkm. II, Taf. 49. 
8) Abbildung z. B. bei Förfter, Denkm. II, Taf. 40. 
9) Abgebildet z. B. bei Rolini a. a. O, Taf_ LXVL 
I0) Abgebildet z. B. in Perfettfs Galeriewerk der Florentinel" Akademie. 
11) Die Urkunde wird in der Tavola alfabetica zum Vafari Lemonnier, Florenz 1864, p. 20, mit- 
getheilt.
        

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