Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Grossh. Badischen Akademie der bildenden Künste
Person:
Oechelhaeuser, Adolf von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2090447
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2092047
körpers. An ihre Stelle traten mit Beginn des neuen 
Schuljahres Leopold Graf von Kalckreuth und Victor 
Weishaupt. 
Leopold Graf von Kalekreuth (geboren am 15.Mai   f   
1855 in Düsseldorf) hatte zunächst seit dem Jahre 1875   
die neugegrtindete Weimarer Kunstschule, die unter seines   
Vaters Leitung in erfreulichem Aufscliwimge begriffen   
war, drei Jahre lang besucht und hierauf von 1879 bis 1880 f  "  
in München seine Studien fortgesetzt. Im Jahre 1885 als   
lJI-ofessor nach YVeimar berufen, war er in dieser Stellung  s:       
5 Jahre verblieben, und dann aufs Land nach Höckricht  v   
in Schlesien übergesiedelt, wo ihn der Ruf nach Karlsruhe      
ereilte. Mit Kalckreuth kam eine frische, tatenlustige   "L    
Persönlichkeit in das Lehrerkollegium. Sowohl als Lehrer, h    "75 i:  
wie auch als einer der Führer der neuern Kunstrichtung   
und Begründer der unter dem Namen Künstlerbund be-     
gründeten Karlsruher Sezession hat er während seines  
kurzen Hierseins eine bedeutsame Rolle gespielt. Mit VICTOR WEISHAUIJT 
besonderem Eifer hat Kalckreuth in seinem neuen Wirkungskreise sich auch der Pflege der Radier- 
kunst, sowie der Lithographie hingegeben, und gerade auf diesen Gebieten ein Fülle von dankens- 
werten Anregungen hinterlassen, als er sich, wie wir sehen werden, bereits vier Jahre später zur 
Übersiedlung nach Stuttgart entschloß. 
Victor Weishaupt, ein Münchener von (ieburt (e. llllarz 1848), war nach Absolvierung 
des Gymnasiums und glücklicher Heimkehr aus dem Feldzüge im Herbst 1871, in die Münchener 
Kunstakademie eingetreten, Wo er zunächst unter Leitung von W. Diez die Maltechnik gründ- 
lich studiert hatte und allmählich zur Tiermalerei übergegangen war. Sein "wilder Stier" vom 
Jahre 187g hatte ihn 1nit einem Schlage zu den ersten Meistern seines Faches erhoben, so daß 
die ehemaligen Mfünchener Freunde in Karlsruhe nicht zögerten, ihn als würdigen Nachfolger 
eines Baisch und Zügel dem Ministeriuln in Vorschlag zu bringen. 
Der 5. Dezember 1895 war ein Festtag der Akademie. Fünfundzitvanzig"Jahre waren verflossen, 
seit Ferdinand Keller als Lehrer an die Anstalt gekommen. Zur Feier dieses Ereignisses war 
der oben genannte Tag gewählt worden. Der Großherzog ehrte den bewahrten Meister durch 
ein allergnadigstes Handschreiben und die Verleihung des Kommandeurkreuzes II. Klasse mit 
Eichenlaub in Brillanten. Die Kollegen und Schüler, damalige und ehemalige, versammelten sich 
Vormittags im Hause des Gefeierten, um ihre Glückwünsche mittelst feierlicher Ansprache dar- 
zubringen, während von draußen der volltönige Chor des Liederkranzstiindchens heraufschallte. 
Abends sah der überfüllte Saal des Künstlervereins eine froh und festlich gestimmte Schaar um  
den verehrten Jubilar, der im Zenit seiner Kunst und seines Lebens stehend, bereits auf ein 
Vierteljahrhtindert ruhmreicher Tätigkeit im Dienste der Kunst und ihrer Lehre zurückschauen 
durfte, der die Entwicklung" der Schirmerschule zur Kunstakademie nicht nur miterlebt, sondern 
auch in erster Linie mitgeförtlert hatte.  
und 
Im Winter desselben Jahres 
[ßhrerkollegiuln betreffs des 
kam es zu neuerlichen Verhandlungen zwischen Ministerium 
Unterrichts in der Anatomie. Auf Roux und Schick
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.