Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Quellen und Technik der Fresko-, Oel- und Tempera-Malerei des Mittelalters
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2046230
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2047412
Das 
Malerei vom Berge 
des Dionysios.) 1) 
Handbuch der 
(Hermeneia 
Athos. 
Es war in den 40er Jahren, als Didron d. Aelt. (lurch die VcriilftrnfIiehung 
eines griechischen ltlatnuskripties über die lkonographie und Malerei in den läthtiskliistern 
das lUtGTCSSO der gebildeten NVelt erregte. Auf einer Reise in  ln-rgrrilfen, 
welche er gemeinsam mit Paul Durantl unternommeai, wurde er,  und 
eingrehentlein Studium der in den alten KlFOlIOII und Kapellen atng-eilirae.l1tei1 lllalereitvn, 
(lurch die (lleichzirtigkcit der Anordnungj und Ausführung so vieler und zeitlich weit 
 Gemiildeeyrkleu in grriisstes Erstaunen versetzt. Sowohl in zkthen, 
zu Salamis, in Livatlia oder auf Morea fand er „jedes (lrcnnalde, wenn es (lenselhen 
(Alegxanstand (larstellt, überall in derselben Weise. behandelt und g-ruppitirt. Die Heiligen 
tragen Bandstreifen, auf welchen die Sentenzen  stehen, die aus ihren 
Schriften oder aus ihrer liebensbesehreibung entnommen sind; an den (lemiiltlen sind 
lnschriftien angebracht, welche aus dem 'l'eil der heil. Schrift gezogen sind, dessen 
(lesehichte sie darstellen" (p. T). 
Didron, welcher sich diese Gleitzhmäissigkeit nicht erklären konnte, dass "man 
iniie-hte sagen, ein Gedanke auf einmal hundert Pinsel begeistert und auf einen Schlag' 
fast alle Malereien Griechenlands hervorgerufen habe", setzte seine Forsehuiigreii fort 
und bereiste die Mönchsprovinz am Berge Athos mit ihren Hunderten von Kirtilieii 
und Kapellen. Gleich im ersten Kloster Esphigmenu, das die liieiden betraten, hatten 
sie die freudige Ueberraschung, einen Maler von Karyes an der Arbeit zu sehen, 
der_ mit Hilfe seines Bruders, zweier Zöglinge und zweier junger Lehrlinge, die ganze 
innere Vorhalle der neu erbauten grossen Kirche mit historischen Fresken bedeckte. 
„Gross war meine D'r-ende", sagt Didron, "über diesen glllülillßllklll Zufall. der 
mir das Geheimnis über diese Maler und über diese Malereien in die Hand zu spielen 
schien, und der mir so die Antwort auf die Fragen gab. welche ich in Salamis und 
in der Stadt Athen vergebens gestellt hatte. Ich stieg selbst auf das (lerüst. des Nleisters 
und ich sah, wie der Künstler, von seinen Schülern umgeben, den Narthex (lieisei- 
Kirche mit [Fresken bemalte. Der jüngere. Bruder breitete den Mörtel auf (lei- Mauer 
aus, der Meister skizzierte das Gemälde; der erste Zögling füllte die Umrisse aus, 
welche der Meister in den Bildern, die er zu vollenden, nicht die Zeit fand, zingedentel 
hatte; ein junger Zögling vergoldete die Heiligenscheine, malte die Inschriften, arbeitete 
an den Xferzier-ungen; die zwei anderen, die kleineren, rieben und riihrten die Farbtin 
(lurcheinantler. Unterdessen skizzierte der Meister seine GGIUÄÜGP wie aus dem Ge- 
diichtnisse oder aus Inspiration. In einer Stunde zeichnete er ein Gemälde. auf die 
YVand, welches Christus vorstellt, wie er seinen Aposteln den Auftrag" gibt, die Völker 
1) Epp-qvslu 117;; Qusypoacpnuig, das T-Tandlmeh dr-r Malerei v4 
schriftxl. m-llgn-ieolx. [Irtext ülversotzfv, mit AmnmÄ-klnugnrx von Di 
God. Schätla r, 'I'1'ier 1855. 
m1 Berge Athos, aus dem hand- 
dron (I. Aelt. und eigwnen von
        

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