Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Quellen für Maltechnik während der Renaissance und deren Folgezeit, <XVI.-XVIII. Jahrhundert>
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2028780
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2032936
Andere 
Art. 
Nimm ein Gefäss mit ziemlich breitem Hals, gib in 
dasselbe Wasser und durch Lagern gut gereinigtes Oel, 
schlage sie zusammen, und lasse das Oel sich oben wieder 
sammeln. Nimm die fein zerbröckelten Krumen von alt- 
gebackenem Weizenbrot (das weisse ist gut, aber Mr. Adam 
gebraucht stets das schwarze), breite es mit den Fingern 
streuend auf das Oel, und wenn es das Oel passiert, nimmt 
es allen Schmutz mit. Schüttle es jeden 'l7ag einmal 
tüchtig durch und lasse das Gefäss zu jeder Jahreszeit 
auf einem Untersatz im Schatten deines Zimmers stehen. 
In ungefähr einem Monat wird das Oel gebleicht und so 
klar wie Wasser. 
Sieh' zu, 0b das Oel sich nicht schneller bleicht, wenn 
es im Sommer an die Sonne gestellt wird. Jedenfalls ver- 
dickt es duroh dieses Mittel und wird viel trocknender, 
aber weniger gut zum Malen und um die Farben damit zu 
verwenden. 
Versuche in ein Glas mit langem und wie für ein 
Destillierglas geraden Hals zuerst die fein gebröckelte Brot- 
krume hineinzugeben, dann das Oel darauf zu giessen, das 
ganze gut zu schütteln, und eine Nacht stehen zu lassen, 
dann das Wasser in das Glas zu schütten, es zu schütteln, 
und dasselbe in eine Ecke zu stellen, wo man es alle Tage 
bequem zum Schütteln herabnehmen kann, und wenn die 
gewünschte Klarheit des Oeles eingetreten ist, dann trenne 
man es von dem Wasser durch einen Heber [Trichter] und 
bewahre es in einer gut geschlossenen Glasflasche auf. 
(300) 
Ich habe diese Re- 
zwpte von einem hol- 
länd. Maler mit Na- 
men Adam, wohn- 
haft in Ooolman 
Street. 
Sehr guter Firnis des 1111". Adam. Hell wie 
Wasser und in drei Stunden trocknend. 
Rp. Sehr klaren venetian. Terpentin, llfz Unz. (welches 
das beste Verhältnis ist, obwohl er manchmal bis zu 13h 
oder 2 Unz. nimmt), stelle ihn in einem Glasgefäss in ein 
Becken mit heissem Wasser auf einen kleinen Ofen, und 
wenn der Terpentin geschmolzen und warm ist, nimm 
ll2 Unze gut gereinigte, zu Pulver gestossene Mastixkörner, 
werfe dies in den Terpentin, und rühre so lange um, bis 
der Mastix geschmolzen ist. In einem anderen Gefäss habe 
4 Unz. sehr helles und klares Terpentinöl, mache es ebenso, 
[d. h. im Wasserbad] das Gefäss mit einem Glasdeckel 
geschlossen, warm, schütte den Terpentin mit dem ge- 
schmolzenen Mastix darein, rühre sorgsam um und entferne 
es vom Ofen. 
Beim Gebrauch werde das ganz reine [d. h. staubfreie] 
Bild an die Sonne gestellt, bis es sich erwärmt, dann trage 
den Firnis warm darüber auf und lasse trocknen. 
Ich habe es gesehen, 
vortrefflich. 
Für 
ein 
durch zu starke Grundierung 
dorbenes Gemälde. 
VBP- 
Ziehe eine Schnur ringsum, und spanne es sehr 
fest auf einen Rahmen, nachher nimm Weiss oder Grau 
oder Ocker oder irgend eine Wasserfarbe, die Körper hat, 
wie Kreideweiss, mische die Farbe mit Leim (engl. size), 
und reibe dein Gemälde von rückwärts mittels eines Borst- 
pinsels ein. Lasse es trocknen. Das zieht die Leinwand 
und macht sie gerade, so lange die Farbe darauf ist. 
Wenn es nötig ist, kannst du die Farbe 2 oder Smal
        

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