Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Olympia
Person:
Boetticher, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2004423
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2008901
Eehnh: 
377 
Im Üsten der Altis war, wie oben dargelegt ist, in Folge der Auf- 
höhung des westlichen Stadionwalles die Errichtung einer neuen, nach 
Westen vorgeschobenen Halle nothwendig geworden. Man behielt die 
stattliche Länge der zerstörten IIalle von 97,80 Meter (fast genau einem 
halben olympischen Stadion) bei, überbot aber die ätltere Anlage noch 
in der Tiefe, welche für die neue Halle mit 9,81 Meter bemessen wurde. 
Die Fundamente wurden aus Poros hergestellt, für die Hinterwand konnte 
man die alten Fundamente der ehemaligen Vorderwand benutzen. Die 
Stufen des sichtbaren Unterhaus dagegen wurden aus edlerem Materiale, 
aus Marmor hergestellt und zeigen dieselbe eigenartige Profilirung, welche 
wir an denen des Philippeions kennen gelernt haben. Säulen und Gebälk 
aus Poros gehören der dorischen Ordnung an. Üeber letzterem lief die aus 
Terracotta gefertigte Sirna, mit einem plastischen Schmucke von Ranken 
und Akanthosblättern und mit Löwenköpfen als Wasserspeier geziert, 
fast genau in dem Muster, welches die Traufleiste des Leonidaions trägt 
(vgl. Fig. 75). 
Dieser eines siebenfachen Wiederhalles wegen die Echohalle ge- 
nannte stattliche Bau, dessen Colonnaden von vierundvierzig Säulen 
einen imposanten Abschluss der Altis bildeten, scheint ursprünglich nur 
einschiflig gewesen zu sein. Sicherlich besass er eine Holzdecke, welche 
trotz der bedeutenden 'I'iefe sich recht wohl ohne Mittelstützen herstellen 
liess. Die innere Säulenstellung, welche der Plan ersehen lässt, und 
durch welche die Halle in zwei Schiffe getheilt wurde, scheint verschie- 
denen Anzeichen nach, namentlich wegen der unregelmässigen, mit der 
Aussenhalle nicht correspondirenden Stützenstellung, ein späterer Zusatz 
zu seln. 
Ueberhaupt lassen sich an der Echohalle mehrfach die Spuren von 
Reparaturbauten erkennen. Neben der schönen, der des Leonidaion ver- 
wandten Simaform, sehen wir eine spätere Nachahmung derselben auf- 
treten, die sich an Adel und Feinheit der Zeichnung mit dem Originale 
(lurchaus nicht messen kann. Ihr gehört der in Fig. 84 abgebildete 
Löwenkopf an, dessen Vergleichung mit seinem Urbilde in Fig. 75 sehr 
zu seinem Ungunsten ausfällt. Vielleicht darf man auch dem in Fig. 85 
dargestellten Löwenkopfe eine Unterkunft in der Echohalle anweisen, 
obschon ein hundeartiger Typus wenig zu den andren Köpfen passt. Die 
Modellirung ist indessen so sorgfältig, dass man die Arbeit nicht gern 
einer degenerirten Zeit zuschreiben möchte.  
Dieser langen dorischen Halle schloss sich als Fortsetzung der 
Altisbegrenzung nach Süden hin eine kürzere in dorischem Stile an,
        

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