Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Olympia
Person:
Boetticher, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2004423
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2008343
Nike 
Paionios. 
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aus den „Nere'i'dent' von Xanthos in verschiedenen Varianten kennen, und 
(lem wir nun bereits in einer weit früheren Kunstepoche begegnen. 
Die Rechte bleibt frei; vielleicht hat sie in derselben eine Palme 
gehalten, was mir natürlicher scheint, als eine Üllänie (vgl. Herrn (lrüttneI-Äs 
Ergänzung Taf. XIII). 
Das etwa sechs Meter hohe Postament, auf dem diese herrliche 
Figur im Südosten des Zeustempels (vgl. d. Situationsplan) stand, hat 
eine aus dem Alterthume uns früher noch nicht bekannte, ungewöhnliche 
Form. Es ist nicht, wie sonst üblich, ein Yierseitiger, sondern ein drei- 
seitiger Bau, aus sieben prismatischen Marmorblöcken, deren Seitenlänge 
allmalich nach oben abnimmt. S0 verjüngt sich das auf einem Sockel 
stehende und mit einem prolilirten Deckgliede geschmückte Postament 
in kaum merkbaren Absätzen leicht nach oben. Der oberste Block unter 
dem Deckgliede war 
vielleicht mit Schilden 
an allen drei Seiten mit einem Bronzcschmuck, 
geziert, wovon die Befestigungsvorrichtungen noch 
sichtbar 
sind. 
Die dreiseitige Form des Unterhaus legte zuerst den Gedanken 
nahe, dass die Figur übereek gestanden habe, einer der Dreiecksspitzen 
zugewendet gewesen sei, was den Eindruck des freien Schwebens siclier- 
lich erhöht haben würde. Indessen liess die spätere Auffindung der 
Deckplatte mit der Bettung für die Statue keinen Zweifel darüber, dass 
sie einer Breitseite zugekehrt war. Es bleibt somit eine Erklärung für 
die seltsame Form des Postamentes noch zu finden. 
Das Kunstwerk wird von Pausanias erwähnt, der (larüber folgende 
kurze Notiz giebt: "Die dorischen Messenier, welche von den Athenern 
seiner Zeit (d. h. nach ihrer Landesverweisung nach (lem dritten messe- 
nischen Kriege) in Naupaktos aufgenommen waren, stellten in Olympia 
die Bildsäule der Nike auf der Säule auf. Es ist ein Werk des Paionios 
aus Mende und wurde aus kriegerischer Beute beschafft, und zwar wie 
ich selbst glaube von dem F eldzuge gegen die Akarnaner und Oiniaden. 
Die Messenier aber sagen, es sei ein YVeihgeschenk zur Erinnerung an 
den mit den Athenern gemeinsam erfochtenen Sieg bei der Insel Spha- 
kteria, und sie hätten den Namen der Feinde nicht mit in die Inschrift 
gesetzt wegen ihrer Furcht vor den Lakedaimoniern, während sie  
vor den Oiniaden und den Akarnanen gar keine Furcht gehabt haben 
Würden."  
Die auf einem der prismatischen Basisblöcke befindliche Inschrift, 
welche schon einen Tag vor dem Funde der Statue an's Licht kam, 
lautete folgendermaassen: "Die Messenier und Naupaktier weihten (Dies)
        

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