Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Bilderschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1986081
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1986338
Erläuterungen. 
1196 
Bemardzäzo de Conii (de Comiiiäusj. w); 1500. 
Lomäardische Schule. Franreszo Sforza als Knabe. 
Der dargestellteSohn des Herzogs Giovanni Galeazzo Sforza 
von Mailand, nachmals Abt von Noirmontier und durch einen 
Sturz auf der Jagd frühzeitig hingerafft, erscheint hier als fünf- 
jähriger Knabe. Der Scheitel des blondhaarigen Kindes ist mit 
einem Juwelendiadem geschmückt, die Rechte fasst den Griff 
des im Gürtel steckenden Dolches. Halbfigur im Profil nach 
links. Im Abschnitt unten: VERA IMAGO PRIMOGENITI 
LEGITIME ILLÄQ QVON. DNI. IO. GZ. MARIE SFOR- 
TIE MEDIOLANI DVCIS DVM ESSET ETATIS ANOR. 
QVINQTO MCCCCXXXXVI DIE XV IVNII. BERNAR- 
DINI DE COMITIBVS OPVS. (Ad. Venturi, a. a. O.) Antisala 
delle Udienze im Vatikan. 
Holz. 
IZOO 
Remärandi Harmmsz mm  1666-1669. H6!- 
länrlisclze Schule. Bildnis der Mutter de: Künstlers. 
Die greise Frau in schwarzem Kleid mit braunem, pelz- 
verbrämtem Ueberkleid steht, nach vorn gewandt, mit beiden 
Händen auf einen Krückstock gestützt. Ihr einziger Schmuck 
ist eine goldene, das Oberkleid zusammenhaltende Schliesse. 
Darüber sieht man den gefältelten Hemdvorstoss und auf 
dem Haupte, unter der braunen, beiderseits in Fransen herab- 
fallenden Haube ein weisses Kopftuch. Links im Grunde 
 bezeichnet Rembrandt 1639. Seit mehr als einem Jahr- 
hundert in der kais. Galerie zu Wien. 
Holz. Oval. o,8o:0,62 m. 
1 197 
Bernardino Pinturzkelzio. 1454(P)-1513- Uwbeisvhe 
Schule. Szene aus dem Leben der lz. Barbara. 
Die Hauptscene stellt die wunderbare Befreiung der 
h. Barbara aus dem Kerker dar. Durch einen Spalt an dem 
in der Mitte des Bildes dargestellten Turm enkschlüpft, eilt 
sie fliegenden Haares nach links, während ihr Vater Dios- 
corus das Schwert, mit welchem er die Tochter später eigen- 
händig enthauptete, in der Rechten und gefolgt von zwei 
Kriegern sich nach rechts entfernt. Im Mittelgrunde links 
die Flucht Barbaras mit ihrer Genossin Juliana, rechts der 
Verrat des Schlupfwinkels der Heiligen an den Vater durch 
einen Hirten, der dafür in Stein verwandelt wird. Lunetten- 
fresko der Sala delle Stampe der Appartementi Borgia des 
Vatikan. Vgl. Nr. X191. 
IZOI 
Sandro Botticelli. 1446-1510. Florentinisrke 49111414. 11111. 
Sebartian. 
Der Heilige, bis auf das Lendentuch nackt, ist an einen 
Baumstamm gebunden, auf dessen unteren Aesteabschnitten 
er steht, und blickt, von vielen Pfeilen durchbohrt, mit matten 
Augen ins Weite. Hintergrund Landschaft mit abziehendexi 
Kriegern. Aus der Frühzeit des Meisters und wahrscheinlich 
das 1473 gemalte Bild aus S. Maria Maggiore in Florenz, 
welches Botticelli im Auftrag des älteren Lorenzo de'Medici 
ausgeführt. Galerie der k. Museen zu Berlin. 
Pappelholz. Tempera. 1,95 : 0,75 m. 
1202  
Pietro Vannucci gen. Perugino. 1446-1524. Um- 
ärisrlze Sclzule. Bildnisse zweier Vallombroranernzämlze. 
1198 
AZÖVäCÄZ Dürer. 1471-1528. Oäerdeutszlze Srlzzzle. [llaria mit 
dem [finde und dem lzl. Yalmrmex. 
Maria, mit dem nackten Kind auf dem Schosse, stützt 
die Rechte auf ein Buch und empfängt mit der Linken Mai- 
glöckchen, welche der zu ihren Füssen stehende Johannes- 
knabe darreicht. Das Kind erhebt in der Rechten einen 
Saugbeutel, während auf seinem linken Vorderarm ein Zeisig 
sitzt. Hinter dem johannesknaben hält ein Engel dessen 
Kreuzstab; über dem Haupte Mariens schweben zwei Sera- 
phim mit einem Blumenkranz. Auf einem Tischchen links ein 
Zettel mit der Inschrift: Albertus Durer Germanus faciebat 
post Virginis partum 1506. Das demnach in Venedig ent- 
standene Bild, wohl nicht identisch mit dem Madonnenbild 
von 1506 in Prag, womit K. von Mander (fol. 131 t. Augsb. 
1618) vielmehr das jetzt in Strahow befindliche Rosenkranz- 
bild meint, war verschollen, bis es der Marquis von Lothian 
bei einem Trödler zu Edinburgh erwarb. Seit 1892 im 
Berliner Museum. 
Pappelholz. Unterlebensgross. 
I 199 
Peler Paul Rubens. I577_1640. Vlärrzisclze Schule. Yesus 
bei Simon dem Pharisäer. 
Christus sitzt rechts am linnenbedeckten Tisch, zu seinen 
Füssen kniet Magdalena, den rechten Fuss des Heilandes mit 
beiden Händew an ihr Gesicht druckend. Ringsum Apostel 
und andere Gäste des Pharisäers. Von links her wird der 
Tisch mit Gerichten und Geschirr beschickt. Ursprünglich 
in der Kathedrale zu hlalaga, wo das Bild durch eine Kopie 
ersetzt wurde, dann aus der Sammlung des M. de Mgrville 
1n_ den Besitz des russischen Kaisers gelangt. Galerie der Er- 
mitage zu St. Petersburg. 
1,89 : 2, 54 m. 
Das bis auf den unteren Haarkranz kahle Haupt des 
linkseits wiedergegebenen Mailänders Biagio (Dom Blasio), 
Ordensgenerals der Vallombrosaner, ist adorierend nach oben 
gewandt. Brustbild nach rechts. Die Randinschrift lautet: 
D  BLASIO  GEN  SERVO  TVO  SVCCVRRE. Ihm 
gegenüber in gleicher Haltung Baldassare, Abt des Vallom- 
brosanerklosters in Florenz mit der Randinschrift: D  BAL- 
TASAR  MONACO  S  TVO  SVCCVRRE. Brustbild nach 
links. Die Bildnisse Waren beiderseits von der 1500 gemalten 
Himmelfahrt Mariä angebracht, welche sich, jetzt gleichfalls 
in der Akademie zu Florenz, am Hochaltar der Vallolnbrosaner- 
kirche befand. Akademie von Florenz. 
Holz. jede Tafel 0,28 : 0,27 m. 
1203 
Gumpgli  f1j22. Oberdeutsclze Srlzule. Anbetung 
der Könige. 
Die vorliegende Darstellung der Epiphanie weicht nicht 
wesentlich von der sonst üblichen dieser Zeit ab. Das Bild, 
erst H. Holbein dem Aelteren, dann H. Holbein dem jüngeren 
zugeschrieben, jetzt als unbekannter deutscher Herkunft 
katalogisiert, deckt sich bis auf den Umstand, dass unser 
Louvre-Bild künstlerisch etwas höher steht, vollkommen mit 
dem von uns (K1. B. Nr. 139) bereits gebrachten Gemälde 
in Augsburg, z. Z. im Besitz der Familie des Dr. R. Hoff- 
mann, welches auf dem Goldgeschirr vorne mit dem Namen 
Giltlinger bezeichnet ist. Augsburger Maler des Namens 
Gumpolt Giltlinger, Vater und Sohn, finden sich in Augs- 
burger Zimfturkunden mehrfach erwähnt (R.Viscl1er, Studien 
zur Kunstgeschichte 1886  460 fg.) Ob unggr Bild dem 
älteren dieses Namens, nachweisbar seit 1481, T 1522, oder 
dem Sohn, Meister seit 1520, -I' 1547, zuzuschreiben, ist un. 
sicher, die erstere Annahme jedoch die wahrscheinlichere. 
Galerie des Louvre in Paris. 
   
        

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