Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957342
Vorlesung. 
Neunte 
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überragt, welcher sich über den Hüftpfanneneinschnitt (s. oben 
pag. 76) wegspannt und so die Oberfläche gleichmässig ge- 
staltet. Da es sich hier um gleichgestaltete Gelenkflächen 
handelt, einen kugelrunden Kopf, der in einer gleichfalls 
kugelrunden _Gelenkhöhle liegt, dürfen wir erwarten, in diesem 
Gelenk Beweglichkeit in jeder Richtung zu finden; das ist 
auch der Fall, der Gelenkkopf kann in jeder Richtung in 
seiner Gelenkhöhle gleiten, und diese Gleitbewegungen 
äussern sich an dem Schenkel als Abduction (Bewegung 
nach aussen, von der Mittellinie fort), Adduction (An- 
näherung an die Mittellinie), Flexion (Beugung, wobei die 
Vorderiläche des Schenkels sich der vorderen Bauchiläche 
nähert und Extension (Streckung, Bewegung nach hinten). 
Aber diese Bewegungen werden durch die Einrichtung 
der Gelenkbänder in sehr verschiedenem Grade beeinflusst, 
so dass einige sehr wenig ausgiebig, andere fast unbe- 
schränkt sind. 
Der B andapparat des Hüftgelenkes besteht aus einer 
langen Kapsel, einem sehnigen Sack, der von dem Rand 
der Gelenkpfanne ausgeht, den ganzen Hals des Schenkel- 
knochens umschliesst und sich am Grunde des Halses an- 
setzt; aber der Bau dieses Sackes ist an der Vorder- und 
Rückseite ein ganz verschiedener. 
I. Hinten setzt sich die Kapsel nicht an den Hals des 
Oberschenkelknochens an, sondern endet frei mit einem halb- 
ringförmigen Bande; da also dieser hintere Abschnitt der 
Kapsel nur an dem Hüftbein angeheftet ist, nicht an dem 
Schenkelknochen, kann er auch nicht angespannt werden; 
wenn sich dieser Kapselabschnitt mit beiden Enden am Knochen 
ansetzte, würde er die Bewegung nach vorne, die Beugung 
hemmen können, diese kann aber so ohne jede Anspannung 
der Kapsel so weit wie möglich ausgedehnt werden.  Des- 
halb kann man die Beugung der Schenkel als unbegrenzt 
bezeichnen, da wir sie thatsächlich so weit ausführen kön- 
nen, dass die vordere Schenkelfläche die vordere Bauchiläche 
berührt.
        

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