Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957282
Achte Vorlesung, 
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setzen und in der Mittellinie einander so nahe stehen, dass 
der zwischen ihnen liegende Raum, das Perinaeum, der Damm, 
ganz schmal ist. Aber die Grundfläche der Pyramide, der 
obere Rand des Beckens, zeichnet seinen Umriss im ganzen 
Umfang, oder wenigstens an den Seiten und vorne deutlich 
ab; an jeder Seite bilden die Darmbeinkämme, die oberen 
Ränder der Darmbeine, eine leicht geschwungene Linie, die 
in der Mitte am höchsten ist und deren vorderes Ende steil 
nach unten abfällt, um in dem vorderen, oberen Darinbein- 
stachel zu endigen, einem Knochenvorsprung, der bei Per- 
sonen ohne starkes Fettpolster stets deutlich sichtbar ist. 
Vorne zeigt der obere Rand des Beckens einen grossen Aus- 
schnitt, dessen Oeffnung nach oben gewandt ist, dessen Mitte 
der Schambeinfuge entspricht, und dessen Seitenteile durch 
die Poupartischen Bänder, die jederseits vom Schambein- 
Stachel zum oberen, vorderen Darmbeinstachel ziehen, ge- 
bildet werden.  
des 
Dieser vordere, in 
Beckens bezeichnet 
der Mittellinie gelegene Ausschnitt 
die untere Grenze des Bauches und 
gibt zusammen mit dem unteren Ausschnitt des Brustkorbes, 
der Magengrulae, welcher er gegenüberliegt, der vorderen 
Bauchgegend die Gestalt eines am oberen und unteren Rand 
abgerundeten Schildes; eine Form, die die Künstler des Alter- 
tums in der Weise zu übertreiben pflegten, dass sie der 
Magengrube statt der Gestalt des Spitzbogens, die sie am 
Skelett zeigt, eine alagerundete Form gaben. Wir haben oben 
angegeben, dass diese von den Bildhauern des Altertums in 
zahlreichen Fällen angenommene Form eine gewisse Berech- 
tigung hat. 
Nachdem wir das Becken in Bezug auf seinen Bau und 
Seine Beteiligung an den äusseren Körperformen betrachtet 
haben, müssten wir die Massverhältnisse desselben studieren, 
d. h. die Querdurchmesser der Beckengegend. Da aber die 
Vorragung der Hüften nicht nur durch die- oberen Ränder 
der Darmbeine, sondern auch durch die grossen Rollhügel 
des Oberschenkels gebildet wird, werden wir uns dieser 
Duval, Grundriss. 6
        

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