Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957276
80 
Vorlesung 
Achte 
in sich geschlossenen Knochenring gebildet wäre. Die Fugen 
zwischen Darmbein und Kreuzbein, sowie die Schamfuge wir- 
ken wie eingeschobene elastische Kissen, welche die Bewegung 
oder den Stoss dämpfen, wie er beispielsweise das Becken 
trifft, wenn wir von einem erhöhten Punkt herabspringen 
und mit den Fusssohlen auf den Boden auftreffen. 
Ausser diesen Fugen zeigt das Becken noch Bänder, 
die sich zwischen mehr oder weniger von einander entfernten 
Knochenteilen ausspannen. S0 finden sich hinten die beiden 
Kreuzbeiiv, Sitzbeinbänder, die gemeinsam vom Rande des 
unteren Kreuzbeinabschnittes in Gestalt eines breiten, faserigen 
Bandes entspringen und in ihrem Verlauf nach aussen aus- 
einanderweichen, um sich endlich, die grössere Abteilung an 
den Sitzbeinknorren, die kleinere an den Sitzbeinstachel an- 
zuheften. Diese Bänder verwandeln die Hüftbeinausschnitte 
in Löcher, durch welche wichtige Muskeln austreten, und 
werden auch nur aus diesem Grunde hier erwähnt, denn in 
der äusseren Form treten sie nicht zu Tage, da sie von der 
dicken Fleischmasse der Gesässmuskeln bedeckt sind. Das 
gilt aber nicht von denjenigen Band- oder Fasersträngen, 
die an der Vorderseite des Beckens liegen und von dem 
vorderen, oberen Darmbeinstachel zum Schambeinstachel 
ziehen. Dieses Band, das sogenannte Poupartische Band, 
liegt unmittelbar unter der Haut und entspricht der Weichen- 
furche; an der Stelle, wo es liegt, nimmt das Unterhautzell- 
gewebe wenig oder gar kein Fett auf, und da dieses die 
Lederhaut in der ganzen Länge dieses Bandes fest an das- 
selbe anheftet, muss demselben entsprechend sich eine Furche 
bilden, die von dem Darmbeinstachel an den Schambein- 
stachel verläuft. Diese Furche ist die Weichenfurche oder 
Schenkelbeuge, die die Grenze zwischen der Haut des 
Bauches und der Vorderfläche des Oberschenkels bildet. 
Das Becken als Ganzes bildet eine Pyramide, deren 
Grund nach oben, deren abgestumpfte Spitze nach unten 
gerichtet ist. Diese. Spitze liegt bei dem menschlichen Körper 
völlig versteckt, da die Beine sich jederseits an dieselbe an-
        

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