Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957268
Vorlesung. 
Achte 
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Form Ohrfläche genannt, ebenso wie die Oberfiäche des 
Kreuzbeins, womit sie in Verbindung steht. 
Zur Bildung des Beckens verbinden sich die beiden 
Hüftbeine unter einander und mit dem Kreuzbein durch Ge- 
lenke, die mit den bisher an den Gliedmassen beschriebenen, 
wie das Schulter- oder Ellenbogengelenk, nichts gemein 
haben. In den Gelenken der Gliedmassen zeigen die Knochen 
glatte, einander entsprechende Gelenkflächen, zwischen die 
nichts zwischengelagert ist und die daher aneinander gleiten 
können; daher sind diese Gelenke durch ihre Beweglichkeit 
ausgezeichnet.  Das Kreuzbein steht beiderseits mit den Hüft- 
beinen in Gelenkverbindung, aber im Gegensatz zu den eben 
genannten wird diese Verbindung durch rauhe Flächen gebildet, 
zwischen die mehr oder weniger starke Lagen von Faser- 
gewebe eingeschoben sind (ähnlich den Zwischenwirbel- 
knorpeln), die also nicht aneinander gleiten können, sondern 
fest miteinander vereinigt sind. Diese Gelenke, die wir Fugen, 
Symphysen nennen (mir, zusammen, döizoymazz, wachsen), sind 
nicht durch Beweglichkeit, wohl aber durch Festigkeit aus- 
gezeichnet. Hinten halten die beiden Kreuzbein-Hüftbein- 
fugen das Kreuzbein fest zwischen den beiden Hüftbeinen 
eingeklemmt, und starke, hinter den Fugen gelegene Bänder 
ermöglichen es dem Kreuzbein, die Lasten zu tragen, die 
ihm durch die Wirbelsäule aufgebürdet werden. Auch an 
der Vorderseite wird die Schamfuge ausser der Bandmasse, 
die zwischen die Flächen der Schambeine eingefügt und mit 
diesen verwachsen ist, durch oberflächlich gelegene Bänder, 
die von einem Knochen zum andern gehen, verstärkt. Diese 
Symphysen bedingen es, dass das Becken, Kreuzbein, mit 
den beiden Hüftbeinen ein einheitliches Ganzes bildet; gleich- 
zeitig kann aber das Becken, dank dieser Gelenkverbindungen, 
denen zwar keine Beweglichkeit, wohl aber eine gewisse 
Elasticität eigen ist, Stössen, die durch die Wirbelsäule oder 
durch die unteren Gliedmassen auf dasselbe übertragen wer- 
den, Widerstand leisten, ohne zu brechen, wie das leicht 
geschehen könnte, wenn das Becken durch einen einzigen
        

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