Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957227
Achte 
V orlesun g. 
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Pyramide, deren Grundfiäche (2, Fig. 24) nach oben und 
vorne gerichtet ist, und dem sehr stark entwickelten Körper 
des fünften Kreuzbeinwirbels entspricht. Da diese Pyramide 
schief von oben vorne nach hinten unten gerichtet ist (Fig. 5), 
zeigt sie eine vordere untere (hauptsächlich untere) Fläche, 
an der man fünf verschmolzene Wirbelkörper erkennt (Fig. 3), 
eine hintere oder richtiger obere Fläche, an der man die 
unausgebildeten Dornfortsätze (s, Fig. 6) und die Bögen der 
fünf Wirbel, die alle unter einander verschmolzen sind, be- 
merkt, und endlich zwei Seitenränder, die sich oben zu je 
einer Fläche verbreitern für die Gelenkverbindting mit dem 
entsprechenden Hüftbein, welche, da ihre Form der einer 
Ohrmuschel entspricht, den Namen Ohrfläche (facies auri- 
cularis) des Kreuzbeines erhalten hat (s. C, Fig. 5). 
Das Steissbein (os coccygis), (21, Fig. 3), ist ein un- 
entwickelter Schwanz, der, anstatt wie bei der Mehzahl der 
Säugetiere, frei und beweglich zu sein, beim Menschen nach 
dem Binnenraum des Beckens hin gekrümmt ist und die untere 
Oeffnung desselben zum Teil mit verschliesst. Diese Ein- 
richtung, die wir auch bei den menschenähnlichen Affen lin- 
den, steht in Beziehung zur aufrechten Haltung, da bei dieser 
das Gewicht der Baucheingeweide auf das Becken trifft und 
besondere Einrichtungen des Knochensystems zur Verstärkung 
der unteren Oeffnung des Beckenringes erforderlich macht. 
Das Steissbein besteht aus einer Reihe von fünf unter ein- 
ander verbundenen und so schlecht  ausgebildeten Wirbeln, 
dass ein jeder von ihnen nur einen kleinen rundlichen Knochen 
darstellt, einen unentwickelten Wirbelkörper; das Steissbein 
erscheint also nur als eine Kette aus fünf Knöchelchen. 
Die Hüftbeine (ossa ilei) sind zwiefach vorhanden, 
eines an jeder Seite, stehen hinten mit dem Kreuzbein in 
Gelenkverbindung und verbinden sich vorne unter einander 
in der Schamgegend (Fig. 24, 27). Um die Anordnung und 
die Namen der einzelnen Teile, die wir am Hüftbein unter- 
scheiden, zu verstehen, müssen wir bemerken, dass dieser 
Knochen zuerst, beim kleinen Kind, aus drei getrennten
        

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